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Liechtenstein feiert sich und seinen Fürsten

Fürstenfamilie: Der Erbprinz und sein Vater mit bester Laune. Keystone

Am Staatsfeiertag zeigt sich Erbprinz Alois zufrieden mit dem Ländle. Selbst sorgen er und seine Familie für die wichtige politische Stabilität. Der patriotische Höhepunkt steht noch bevor.

Veröffentlicht am 15.08.2016

Nach kritischen Voten in den letzten Jahren hat sich Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein am Staatsfeiertag in Vaduz zufrieden und optimistisch zur Zukunft des Fürstentums geäussert: Der Kleinstaat am Rhein habe im Unterschied zu vielen anderen Staaten in letzter Zeit mehrere schwierige Reformen erfolgreich umgesetzt und so seine Ausgangslage verbessert.

Liechtenstein habe Reformen beim Finanzplatz, im Gesundheitswesen, der Altersvorsorge und zur Sanierung des Staatshaushaltes umgesetzt, sagte Alois am Montag beim Staatsakt auf der Vaduzer Schlosswiese. «Wir können uns darüber berechtigt freuen und optimistisch in die Zukunft schauen», erklärte der Erbprinz vor ein paar Tausend Landesbewohnern.

Staatsform Erbmonarchie als Plus

Weitere Gründe für Zuversicht seien die «sehr grosse politische und wirtschaftliche Stabilität». Die politische Stabilität verdankt das Land in den Augen des Thronfolgers seiner Staatsform einer konstitutionellen Erbmonarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage sowie den hervorragenden Beziehungen zu den ebenfalls sehr stabilen Nachbarstaaten.

Die wirtschaftliche Stabilität beruht laut dem Erbprinz auf der breiten Diversifikation des Wirtschaftsstandortes und der starken internationalen Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen. Hinzu kommen eine sehr gut ausgebildete Bevölkerung, attraktive Rahmenbedingungen für die Wirtschaft sowie Bürgernähe und Reaktionsschnelligkeit des Staatssystems.

Mit Reformen Vorteile erhalten

Europa gehe zwar durch eine Zeit von grosser Unsicherheit, sagte Alois, doch Liechtenstein habe für diese kritische Phase eine «ideale Form der europäischen Integration». Es handle sich um die EWR-Mitgliedschaft und die Verträge mit der Schweiz.

Dennoch müsse das Fürstentum darauf achten, die gute Ausgangslage und die besondere Handlungsfähigkeit zu erhalten. Nötig seien weitere Reformen der Sozialversicherungen, ein schlanker, aber starker Staat sowie kontinuierliche Verbesserungen des Bildungssystems und der Standortattraktivität.

Für eigene Kinder sorgen können

Um qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten, würde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wichtiger, sagte Erbprinz Alois. Neben der Finanzierung von «Kinderbetreuungseinrichtungen» sei die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf im ersten Lebensjahr des Kindes das grösste Problem.

«Viele Mütter und Väter wollen aus guten Gründen ihr Kind in seiner ersten Lebensphase selbst betreuen», betonte der vierfache Familienvater. Eltern sollten ihre Kleinstkinder selbst betreuen können, ohne berufliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen, forderte der Erbprinz. Sie sollten ohne Nachteile für die Karriere Elternurlaub oder Teilzeitarbeit in Anspruch nehmen können.

Patriotischer Schlusspunkt

Am Liechtensteiner Staatsfeiertag geht nach dem offiziellen Festakt auf der Schlosswiese ein Volksfest im Hauptort Vaduz über die Bühne. Beschlossen wird der Tag mit einem grossen Feuerwerk am späteren Abend, das mit der übergrossen Schrift «Für Gott, Fürst und Vaterland» seinen Höhe- und Schlusspunkt erreicht.

(sda/jfr)

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