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Liechtenstein soll US-Steuerfahndern helfen

Trutzburg oder Helfer: Das Schloss Vaduz dient dem noch immer dem Fürsten als Unterkunft. (Bild: Keystone)

Die USA lassen nicht locker. Nach den Angriffen auf das Schweizer Bankgeheimnis sind jetzt Liechtensteinische Treuhandfirmen im US-Visier.

Veröffentlicht am 27.03.2013

Die USA wollen mit einer informellen Anfrage im Fürstentum Liechtenstein weiteren US-Steuerbetrügern auf die Schliche kommen. Die Anfrage könnte auch Schweizer Banken tangieren.

Das amerikanische Justizdepartement richtete die Anfrage an die liechtensteinische Stabsstelle für internationale Finanzplatzagenden (SIFA), welche für die Umsetzung der Finanzplatzstrategie der Regierung in Vaduz verantwortlich ist.

Die zuständigen Staatsanwälte aus New York wünschen von der SIFA statistische Angaben über die Anzahl von US-Kunden, die über bestimmte liechtensteinische Treuhänder Stiftungen und Anstalten im Fürstentum gründeten, wie SIFA-Leiterin Katja Gey auf Anfrage  erklärte.

Betroffen seien etwa 20 Treuhandunternehmen, ein kleiner Teil der Branche. Die gewünschten Informationen könnten den Amerikanern dabei helfen, ein allfälliges formelles Amtshilfeersuchen einzugrenzen.

Rolle ausländischer Banken

Ins Visier der US-Justiz könnten in der Folge nicht nur amerikanische Steuersünder geraten, sondern auch ausländische Banken, die im Fürstentum Vermögensstrukturen aufbauten. Betroffen sein könnten Schweizer Banken, aber auch solche in anderen Ländern.

«Ich teile die Interpretation nicht, dass diese Aktion spezifisch gegen die Schweiz gerichtet ist», sagte SIFA-Leiterin Gey zu Medienberichten. Und ganz klar gehe es nicht um eine Strafuntersuchung gegen liechtensteinische Banken und Treuhänder.

Es ist ohnehin offen, ob die betroffenen Treuhänder die Anzahl ihrer US-Kunden überhaupt offenlegen. Rechtlich sind sie dazu nicht verpflichtet.

(tke/aho/sda)

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