In Frankreich zeichnet sich eine linke Mehrheit ab. Diese Prognose wagt eine Umfrage wenige Tage vor der ersten Runde der Parlamentswahl. Die Sozialisten (PS) dürften laut den Ipsos-Logica-Zahlen zusammen mit einzelnen Verbündeten auf rund 249 bis 291 von insgesamt 577 Sitzen kommen.

Für die Grünen, die mit den Sozialisten in der Regierung sind, prognostiziert das Meinungsforschungsinstitut 17 bis 23 Parlamentsmandate. Zwei mit der PS verbündete kleinere Parteien landen zusammen bei mindestens 14 Sitzen.

Die Linksfront, die den Sozialisten François Hollande bei der Präsidentschaftswahl Anfang Mai gegen den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy unterstützt hatte, dürfte auf mindestens 21 Abgeordnete kommen. Damit hätten alle Linksparteien zusammen mindestens 303 Sitze. Die absolute Mehrheit liegt bei 289 Mandaten.

Front National mit Sitzgewinnen

Das rechte Parteienlager, das von der konservativen UMP angeführt wird, liegt der Umfrage zufolge bei mindestens 220 Sitzen. Der rechtsextreme Front National (FN) sieht Ipsos bei höchstens drei Sitzen. Das wäre für die FN, die jahrelang überhaupt keinen Abgeordneten stellte, dennoch ein Erfolg.

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Nach dem französischen Wahlrecht ist im ersten Wahlgang am Sonntag für den Einzug ins Parlament die absolute Mehrheit nötig. Schafft dies keiner der Kandidaten, dann ziehen all die Bewerber in den zweiten Wahlgang ein, die in der ersten Runde mehr als 12,5 Prozent der Stimmen erhielten.

Gewählt ist in der zweiten Runde dann der Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann. Die zweite Runde findet am 17. Juni statt.

Die Präsidentschaftswahl am 6. Mai hatte Hollande für sich entschieden. Um die von ihm versprochenen Reformen umsetzen zu können, müssen die Sozialisten aber auch in der Nationalversammlung eine linke Mehrheit erhalten.

(chb/tno/sda)