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Währungsunion
Litauen hat endgültig grünes Licht für Euro-Beitritt

Litauen: Grünes Licht aus Brüssel.   Keystone

Das baltische Land Litauen darf nun auch definitiv ein Mitglied im Euro-Club sein. Die Hoffnung der Politik auf die Währung ist gross.

Veröffentlicht am 23.07.2014

Nun ist es offiziell: Litauen führt am 1. Januar 2015 als 19. EU-Land den Euro als Landeswährung ein. Die für Europafragen zuständigen EU-Minister gaben in Brüssel grünes Licht für die Aufnahme des baltischen Landes in die gemeinsame Währungsunion. Dies war der letzte Schritt des Verfahrens. Die Minister legten auch den Wechselkurs fest, wonach 3,45280 litauische Litas 1 Euro entsprechen, teilte der EU-Ministerrat mit.

Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite bezeichnete den Beitritt ihres Landes zur Eurozone als geopolitisch «sehr wichtig». Die Aufnahme in die Währungsgemeinschaft verstärke die Integration des baltischen Landes in Europa, sagte Grybauskaite in Vilnius. Auch wirtschaftlich sei der Euro für Litauens Volkswirtschaft, deren grösste Handelspartner Eurozonen-Länder seien, sehr bedeutsam. Er werde Impulse für Unternehmen und Investitionen setzen sowie die Kreditkosten senken, sagte Grybauskaite der Agentur BNS zufolge.

Alle baltischen Staaten dabei

Litauen komplettiert den Beitritt der baltischen Staaten zur Eurozone. Zuletzt hatte Lettland im Januar auf den Euro umgestellt. Vom nächsten Jahr an sind dann 19 von 28 EU-Ländern Mitglied im Währungsclub. Litauen hatte bereits 2007 einen ersten Anlauf gemacht, war aber wegen einer überhöhten Inflation gescheitert.

Den Euro gibt es seit 1999 - er startete als Buchwährung, 2002 kam dann das Bargeld. Die Währungsgemeinschaft war in den vergangenen Jahren wegen der Schuldenkrise in Griechenland und anderen Ländern in eine Krise geraten.

Die EU-Kommission teilte mit, die Vorbereitungen für die Währungsumstellung in Litauen gingen gut voran - «auch wenn noch Raum für Fortschritte in einigen Bereichen besteht». Die Behörde empfahl Litauen vorsorgliche Massnahmen, damit Einzelhändler und Unternehmer nicht mit Preissprüngen «unangemessenen Profit» aus der Umstellung schlagen könnten.

In den vergangenen Wochen hatten bereits die europäischen Finanzminister, die Europäische Zentralbank und auch die EU-Kommission Litauen für beitrittsreif erklärt. Das Land erfüllt demnach alle Voraussetzungen wie eine geringe Inflation und hält die Defizit- und Schuldengrenzen ein.

«Wir werden zuverlässig sein»

Der litauische Aussenminister Linas Linkevicius versprach in Brüssel: «Wir werden ein zuverlässiges Mitglied der Eurozone sein. (...) Der Euro ist nicht nur eine Münze oder ein Stück Metall - für uns bedeutet er, zum richtigen Club dazu zu gehören.» Regierungschef Algirdas Butkevicius sagte: «Litauens Anstrengungen haben sich ausgezahlt: Heute hat die Eurozone die Tür für uns geöffnet.»

Nach derzeitigem Stand dürfte Litauen erst einmal das letzte Neumitglied im Euroraum bleiben. Keiner der sieben weiteren Kandidaten Bulgarien, Tschechien, Kroatien, Ungarn, Polen, Rumänien und Schweden erfüllt laut Berichten derzeit alle Kriterien.

(awp/chb)

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