«Das Herzstück der Oberwalliser Wirtschaft ist der Chemie- und Biotechnologie-Produzent Lonza mit 2550 Mitarbeitern» so steht es auf der Internetseite der Gemeinde Visp. Lonza soll laut der Webseite in den letzten Jahren durchschnittlich rund 400 Millionen Franken in den regionalen Wirtschaftskreislauf gepumpt haben.

Doch jetzt bereitet das Unternehmen den Oberwallisern Kopfschmerzen: Heute wurde bekannt, dass 400 Stellen gestrichen werden. Wer die Begründung der Lonza genau liest, stösst dabei auf folgende Aussage: Der Standort sei dem permanent hohen Frankenkurs und höheren Energiekosten ausgesetzt. Der Strompreis im Wallis sei etwa 30 Prozent höher als in Deutschland und Frankreich, erklärte Lonza-Konzernchef Richard Ridinger.

Die Gründerväter der Lonza hatten die hohen Kosten der Energie im Oberwallis anders kalkuliert: günstig, niedrig und vor allem sollte sie aus dem eigenen Kraftwerk bezogen werden. Doch genau dies ist eine andere Geschichte aus dem Oberwallis. Kopfschmerzen verursacht sie ebenfalls.

Kraftwerkanteil verkauft

1993 war es, als die Walliser Elektrizitätsgesellschaft (WEG) von der Alusuisse-Lonza Holding für 303 Millionen Franken ein Aktienpaket der Rhonewerke AG (Rowag) kaufte - massiv überteuert, wie sich später herausstellte.

Die «Sonntagszeitung» berichtete 1998 dazu: «Der damalige Staatsrat, der grosse Teil der Walliser Gemeinden, sämtliche Gremien der WEG und, mit Ausnahme einer Gruppe von SP-Leuten, auch alle Parteien sind damals für den Kauf des Energiepaketes von der Alusuisse eingetreten.»

Weil der Kauf der Rowag die staatliche WEG fast in den Ruin getrieben hatte, musste diese für 350 Millionen Franken saniert werden. Jetzt zahlt Lonza in Visp höhere Energiekosten und muss 400 Leute entlassen.

Was dereinst mit dem Rowag-Verkauf an den Staat passiert ist, dürfte sich jetzt wiederholen: für den Steuerzahler wird es teuer werden.

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