Am Mittwochnachmittag hatten zwei Angreifer vor einer Kaserne im Londoner Stadteil Woolwich mit einem Fleischerbeil oder einer Machete einen Mann getötet. Die Behörden bestätigten zunächst nicht Augenzeugenberichte, wonach es sich bei dem Getöteten um einen Soldaten der britischen Armee handelte. Der Mann trug jedoch gemäss lokalen Medien ein T-Shirt mit einem Aufdruck eines Hilfswerks der Armee. Die Angreifer sollen während ihrer Tat zudem «Allah Akbar» geschrieben haben.

Cameron, der sich zum Zeitpunkt der Tat in Paris aufhielt, machte sich umgehend auf den Rückweg in die Heimat. Noch für den Mittwochabend berief er eine erste Sondersitzung des Nationalen Sicherheitskabinetts ein. Innenministerin Theresa May sagte nach der Sitzung, es sein ein Anschlag «auf alle in Grossbritannien» gewesen.

«Niemals einknicken»

Es gebe «starke Anzeichen», dass es sich um einen terroristischen Anschlag handle, sagte Cameron. Grossbritannien werde vor Terroristen «niemals einknicken». Königin Elizabeth äusserte sich «besorgt» über den Angriff, wie ein Palastsprecher mitteilte. Der britische Muslimrat verurteilte das Verbrechen. «Nichts rechtfertigt diesen Mord. Barbarische Akte können in keiner Weise mit dem Islam entschuldigt werden», hiess es in einem Statement.

In der Nacht auf Donnerstag kam es in Grossbritannien vereinzelt zu islamfeindlichen Aktionen. Ein 43-Jähriger wurde festgenommen, als er mit einem Messer in eine Moschee in der Hauptstadt eindrang, wie ein Abgeordneter auf Twitter berichtete. Ein zweiter Mann wurde wegen Verdachts auf rassistisch motivierte Sachbeschädigung im Südosten des Landes festgenommen.

(se/rcv/sda)