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Macron fasst Frankreichs Vermögende sanfter an

Macron fasst Frankreichs Vermögende sanfter an
Emmanuel Macron: Er hofft auf mehr Investitionen wegen der Abschaffung der Vermögenssteuer. Getty

In Frankreich soll die Vermögenssteuer weitgehend abgeschafft werden. Die Nationalversammlung segnet Präsident Emmanuel Macrons entsprechende Pläne ab. Nun droht eine grosses Loch im Staatsbudget.

Die französische Nationalversammlung hat für die umstrittene Steuerreform von Präsident Emmanuel Macron gestimmt. Sie sieht eine weitgehende Abschaffung der Vermögenssteuer vor. Die Abgeordneten sprachen sich am Dienstag mit grosser Mehrheit für den ersten Teil des Budgetgesetzes für 2018 aus. Der Text muss aber noch vom Senat beraten werden.

Die Vermögenssteuer soll mit dem Gesetz in weiten Teilen abgeschafft werden: Künftig soll nur noch grosser Immobilienbesitz besteuert werden. Die Regierung erhofft sich davon mehr Investitionen in Unternehmen, weil solche Anlagen dann nicht mehr unter die Vermögenssteuer fallen. Kritiker von Links sehen das Vorhaben dagegen als «Geschenke für die Reichen».

Loch im Budget

Bei der Vermögenssteuer entgehen dem Staat durch die geplante Reform 3,2 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Steuer noch insgesamt 5 Milliarden Euro eingebracht. Sie ist bislang fällig für alle, deren Vermögen mindestens 1,3 Millionen Euro beträgt. Das erste Budget unter dem sozialliberalen Staatschef Macron soll auch einen einheitlichen Steuersatz von 30 Prozent auf Kapitaleinkünfte («flat tax») besiegeln – das läuft auf eine Steuersenkung um rund 1,3 Milliarden Euro hinaus. Paris will zudem viele Bürger bei der Wohnungssteuer entlasten.

(sda/mbü/gku)

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