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Regierung
Macron fischt links und rechts nach Verbündeten

Der französische Präsident holt Vertreter von Links und Rechts in sein Kabinett. Auf diese Weise will Emmanuel Macron die Parlamentswahlen gewinnen. Seine eigene Partei ist noch im Aufbau.

Veröffentlicht am 17.05.2017

Der französische Präsident Emmanuel Macron bricht das Parteienschema auf und beruft Vertreter unterschiedlicher politischer Couleur in seine Regierung. So wird der Konservative Bruno Le Maire das Finanzministerium leiten, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Kabinettsliste hervorgeht. Macron hatte bereits den Konservativen Edouard Philippe mit dem Amt des Premierministers betraut.

Wie dieser spricht Le Maire fliessend Deutsch und ist bekennender Proeuropäer. Zugleich erhält mit dem Bürgermeister von Lyon, Gerard Collomb, ein Sozialist das Innenressort. Neuer Aussenminister wird der bisherige Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian - ebenfalls ein Sozialist. Dessen Ressort übernimmt die Macron-Vertraute und Europaabgeordnete Sylvie Goulard.

Geschickter Schachzug

Macron hatte die Präsidentenwahl am 7. Mai klar gegen die Rechtsextreme Marine Le Pen gewonnen. Er hofft bei den Parlamentswahlen im Juni auf ein starkes Mandat für seine noch junge Partei La Republique en Marche, um Reformen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Ankurbelung der Konjunktur durchsetzen zu können.

Die Ernennung von Ministern aus verschiedenen Lagern gilt als Schachzug Macrons. So gehört Regierungschef Philippe dem moderaten Flügel der konservativen Republikaner an, der von Ex-Premier Alain Juppe angeführt wird. Dieser hat signalisiert, dass er zur Unterstützung Macrons bereit ist. Philippes Ernennung könnte zudem manchen Republikaner motivieren, wie bereits mehrere Sozialisten in Macrons Lager zu wechseln.

(reuters/gku)
 

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