1. Home
  2. Politik
  3. Macron ist neuer Präsident Frankreichs

Wahl
Macron ist neuer Präsident Frankreichs

Die Franzosen haben Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten gewählt. Das zeigt eine erste Hochrechnung. Die wichtigsten Ereignisse und Reaktionen am Wahlabend.

Von Caroline Freigang und Mathias Ohanian
am 05.05.2017

Das Wichtigste in Kürze:

  • Frankreich hat Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten gewählt.
  • Einer erste Hochrechnung zufolge hat Macron 65,1 Prozent der Stimmen erhalten.
  • Zur Wahl standen der partei-unabhängige Emmanuel Macron mit seiner Bewegung «En Marche» und die Rechtspopulistin Marine Le Pen vom Front National

Die aktuelle Entwicklung im Live-Ticker:

21:39 UhrDer Euro ist nach dem klaren Sieg von Emmanuel Macron bei der Präsidentenwahl in Frankreich erstmals seit einem halben Jahr über die Marke von 1,10 Dollar gestiegen. Im asiatischen Handel kletterte der Kurs am Sonntagabend auf 1,1011 Dollar, nachdem der Euro am Freitag noch mit 1,09995 aus dem Handel gegangen war. Das ist der höchste Wert seit dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl im November 2016.

21:16 Uhr: Die wichtigsten Programmpunkte von Emmanuel Macron finden Sie hier.

20:57 Uhr: DIW-Präsident Marcel Fratzscher: «Dies ist ein guter Tag für Frankreich, für Deutschland und für ganz Europa. Mit Emmanuel Macron hat Frankreich nun einen Präsidenten, der die besten Voraussetzungen mitbringt, um die Wirtschaft Frankreichs zu erneuern und Europa zu reformieren.»

20:53 Uhr: Der neue französische Präsident Emmanuel Macron sieht sein Land am Beginn einer neuen Ära. «Eine neue Seite unserer langen Geschichte wird heute Abend aufgeschlagen», erklärte Macron. «Ich möchte, dass es eine der Neuentdeckung von Hoffnung und Vertrauen wird.» Ersten Ergebnissen zufolge gewann Macron die Stichwahl für das Amt des französischen Staatsoberhaupts deutlich mit 66,1 Prozent.

20:46 Uhr: Bundespräsidentin Doris Leuthard hat Emmanuel Macron zu seiner Wahl zum Präsidenten Frankreichs beglückwünscht. Die Schweiz und Frankreich seien durch eine gemeinsame Sprache und die gemeinsamen Werte Freiheit und Demokratie verbunden. «Ich bin überzeugt, dass wir auf dieser Grundlage die guten Nachbarschaftsbeziehungen fortsetzen, und dass unsere beiden Länder die stabile und positive Zusammenarbeit weiterverfolgen und vertiefen», teilte Bundesratssprecher André Simonazzi im Namen Leuthards über Twitter mit.

20:42 Uhr: Der Chef des französischen Wirtschaftsverbandes Gattaz twittert, er hoffe, dass die Wahl Macrons die Wende zu einer wirklichen Erneuerung des Landes markiere.

20:38 Uhr: «Der Populismus in Europa ist nun praktisch tot, die Stimmung könnte sich seitens der Anleger weiter verbessern und das Kaufinteresse an Risikopapieren deshalb ansteigen», kommentiert Paul Hatfield, Global Chief Investment Officer bei Alcentra, eine Boutique von BNY Mellon Investment Management.

20:37 Uhr: Der ehemalige sozialistische Ministerpräsident Valls ruft dazu auf, eine breite parlamentarische Mehrheit um Macron zu bilden.

20:31 Uhr: Nordea-Chefvolkswirt Holger Sandte sagt zur Wahl Macrons: «Das war der erwartete klare – und ich meine auch verdiente – Erfolg für Macron. Ich rechne mit einem guten Abschneiden von En Marche! auch bei der Parlamentswahl. Macron's wirtschaftspolitischen Pläne werden Frankreich voranbringen, wenn er sie umsetzen kann. Nach fünf mehr oder weniger verlorenen Jahren darf Frankreich diese Chance nicht vergeigen, sonst werden die Extremisten noch stärker.»

20:27 Uhr: Die Spitzen der EU gratulieren Macron. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schreibt via Twitter auf Französisch, die Franzosen hätten sich für eine europäische Zukunft entschieden, und für ein «stärkeres und gerechteres Europa». Ratspräsident Donald Tusk äussert sich ebenfalls via Twitter: «Glückwunsch an das französische Volk, dafür dass es Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gewählt hat anstatt die Tyrannei der Fake News».

20:25 Uhr: «Herzlichen Glückwunsch, @EmmanuelMacron», twitterte der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Regierungssprecher Steffen Seibert. «Ihr Sieg ist ein Sieg für ein starkes geeintes Europa + für die deutsch-französische Freundschaft.» Bundesaussenminister Sigmar Gabriel schrieb per Twitter: «Liberté, Egalité, Fraternité! Das hat #Frankreich heute gewählt. Die Grande Nation war, ist und bleibt in der Mitte und im Herzen Europas.»

20:14 Uhr: Marine Le Pen sprach bereits vor den Medien: Die Kandidatin des Front National räumte ihre Niederlage ein und gratulierte ihrem Kontrahenten. Frankreich habe am Sonntag für Kontinuität gestimmt, erklärte Le Pen. Das Land sei gespalten zwischen Patrioten und Globalisierern. Ihr Abschneiden als Kandidatin des Front National sei historisch, ihre Partei sei nun die wichtigste Oppositionskraft in Frankreich.

20:10 UhrMit der Wahl Macrons haben sich die Franzosen für einen pro-europäischen Kurs entschieden. Der 39-jährige Ex-Wirtschaftsminister mit seiner Bewegung «En Marche» (Vorwärts) will die europäische Integration vertiefen und die deutsch-französische Achse stärken. 

20:08 Uhr: Frankreichs neues Staatsoberhaupt übernimmt schon wenige Tage später die Macht im Élysée-Palast. Am folgenden Sonntag (14. Mai) läuft die Amtszeit von Präsident François Hollande ab, spätestens dann muss das Amt übergeben werden. Der genaue Termin ist noch nicht bekannt. Schon im Juni sind Parlamentswahlen.

20:05 Uhr: Die Front-National-Kandidatin landete entsprechend bei unter 35 Prozent. Mit ihrer Niederlage ist die Gefahr eines französischen EU-Austritts, eines «Frexit», gebannt. Macron wird der jüngste Präsident in Frankreichs Geschichte.

20:00 Uhr: Einer ersten Hochrechnung zufolge hat der linksliberale Emmanuel Macron 65,1 Prozent der Stimmen erhalten. Er gewinnt damit klar die Wahl.

19:55 Uhr: Ein Medienbericht über einen mutmasslich klaren Sieg von Emmanuel Macron bei der Präsidentenwahl in Frankreich hat dem Euro am Sonntag merklich Auftrieb gegeben. Reuters-Daten zufolge dürfte den Kurs der Gemeinschaftswährung erstmals seit der US-Präsidentenwahl im November 2016 über die Marke von 1,10 Dollar klettern. Erste Indikatoren signalisieren einen Kurs von 1,1040 Dollar, nachdem der Euro am Freitag noch mit 1,09995 aus dem Handel gegangen war.

19:39 Uhr: Gleich ist es soweit: Um 20:00 Uhr schliessen die Wahllokale. Die ersten Ergebnisse werden veröffentlicht.

19:08 Uhr: Der französische Astronaut Thomas Pesquet hat von der Raumstation ISS aus seine Landsleute zum Wählen aufgerufen. «Vergesst heute nicht zu wählen», schrieb der 39-Jährige am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter. Er selbst habe trotz seines Aufenthalts im All bei der Präsidentschaftswahl seine Stimme abgegeben - mit Hilfe einer Vollmacht. «Also keine Ausreden!», twitterte Pesquet.

 

18:28 Uhr: Medienvertreter vor dem Louvre-Areal. Hier soll am Abend Macrons Wahlparty stattfinden. 

17:55 Uhr: Der Radiosender RTBF zitierte eine Prognose, wonach Macron auf 62 bis 64 Prozent kommen könnte.

17:24 Uhr: Die ersten Ergebnisse der Präsidentschaftswahl werden in Frankreich um 20.00 Uhr veröffentlicht. Dabei handelt es sich nicht um Prognosen, sondern bereits um Hochrechnungen auf Basis erster Auszählungen. In Frankreich ist die Veröffentlichung von Umfragewerten, Teilergebnissen und Hochrechnungen vor 20.00 Uhr verboten. Es drohen 75'000 Euro Strafe. Französische Medien halten sich in der Regel daran.

17:19 Uhr: Auch in Zürich wird gewählt: 

 

17:13 Uhr: Die Wahlbeteiligung liegt bis 17.00 Uhr mit 65,3 Prozent deutlich unter der 2012. Damals hätten knapp 72 Prozent bis zu diesem Zeitpunkt ihre Stimme abgegeben, teilt das Innenministerium mit.

17:04 Uhr: Der Vater von Marine Le Pen, Jean-Marie Le Pen, hält seine Tochter nicht für geeignet für das französische Präsidentenamt. Sie habe Charakter, aber nötig seien auch andere Qualitäten, sagte der 88-Jährige der britischen Zeitung «The Sunday Times». Trotzdem unterstütze er seine Tochter bei der Stichwahl am Sonntag. Er habe keinen Kontakt mehr zur Präsidentschaftskandidatin des Front National, seit sie 2015 erfolgreich ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn durchgeführt hatte. 

16:28 Uhr: Der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron führt nach einem Bericht der belgischen Zeitung «Le Soir» bei der Präsidentenwahl in Frankreich mit über 60 Prozent der Stimmen klar vor seiner rechtsextremen Konkurrentin Marine le Pen. Die Zeitung berief sich am Sonntag Nachmittag auf drei nicht benannte Umfragen.

16:06 Uhr: Auch in der Schweiz wird abgestimmt, vor allem in Genf leben viele Franzosen: Insgesamt sind rund 120'000 französische Staatsangehörige in der Schweiz aufgerufen, an der Präsidenten-Wahl teilzunehmen.

15:34 Uhr: Für Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer ist die Wahl ebenfalls von Belang: Gewinnt Macron, dürfte die jüngste Abwertung des Franken weitergehen. Der Aufwertungsdruck auf den Franken  habe wegen geringerer populistischer Gefahren in Europa und der Einigung der internationalen Geldgeber mit Griechenland in den letzten beiden Wochen abgenommen, sagt Sarasin-Chefökonom Karsten Junius. «Sollte Macron sich bei den französischen Wahlen durchsetzen, würde die Flucht in den sicheren Franken sich zusätzlich abschwächen.» Einen nachhaltigen Sprung über die Marke von 1.10 Franken erwartet Junius allerdings nicht so schnell.

14:12 Uhr: Macron stimmte am Sonntag gemeinsam mit seiner Frau Brigitte im nordfranzösischen Le Touquet am Ärmelkanal ab. Er wollte sich im Laufe des Wahltags nach Paris begeben und im Fall eines Wahlsiegs am Louvre-Museum im Herzen der französischen Hauptstadt feiern. Le Pen, Vorsitzende des Front National (FN), gab ihre Stimme in Hénin-Beaumont ab. Der ebenfalls in Nordfrankreich gelegene Ort ist eine Hochburg des FN. In der Stadt hatte sie im ersten Wahlgang vor zwei Wochen 46,5 Prozent der Stimmen erhalten, landesweit waren es 21,3 Prozent,

13:33 Uhr: Mit eher mässiger Beteiligung hat die entscheidende Runde der Präsidentenwahl begonnen. Bis zum Mittag gaben nach Angaben des Innenministeriums fast genauso viele Wahlberechtigte ihre Stimme ab wie in der ersten Runde vor zwei Wochen. In den vergangenen Jahrzehnten war die Wahlbeteiligung im zweiten Durchgang aber immer höher gewesen als im ersten. Die Wahllokale sind noch bis 19 Uhr geöffnet, in grossen Städten bis 20 Uhr. Dann gibt es auch die ersten Hochrechnungen. In einigen französischen Überseegebieten stimmten die Wähler wegen der Zeitverschiebung bereits am Samstag ab.

12:00 Uhr: Schicksalswahl: Wer immer in Frankreich gewinnt, muss ein polarisiertes Land einen und Misstrauen überwinden. Die etablierten Volksparteien haben dies bereits zu spüren bekommen. Der scheidende sozialistische Präsident François Hollande ist so unbeliebt wie keiner seiner Vorgänger und trat gar nicht erst zur Wiederwahl an. Die Abstimmung ist damit eine der wichtigsten in Frankreich seit Jahrzehnten. 

 
 
 
 
 
 
 
Anzeige