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Macrons Partei nominiert Kandidaten - zum Teil

Emmanuel Macrons Partei «En Marche» hat die Kandidatenliste für die Parlamentswahlen im Juni vorgelegt. Allerdings ist sie noch nicht vollständig. Und ein wichtiger Politiker fehlt.

Veröffentlicht am 11.05.2017

Die politische Gruppierung des künftigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat ihre mit Spannung erwartete Kandidatenliste für die Parlamentswahl im Juni vorgelegt. Auf der vorläufigen Aufstellung von «En Marche!» finden sich 428 Kandidaten.

Die Hälfte von ihnen seien Frauen, sagte Generalsekretär Richard Ferrand am Donnerstag in Paris. 52 Prozent aller bisher bestimmten Kandidaten waren demnach vorher nicht politisch aktiv.

Manuel Valls nicht zugelassen

Die politische Gruppierung des künftigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron lässt Ex-Premierminister Manuel Valls nicht als Kandidat für die Parlamentswahlen zu. «En Marche!» werde in Valls' Wahlkreis aber keinen Gegenkandidaten aufstellen, sagte Generalsekretär Richard Ferrand am Donnerstag in Paris bei der Vorstellung einer vorläufigen Kandidatenliste.

«Man schlägt einem ehemaligen Premierminister nicht die Tür vor der Nase zu (...)», sagte Ferrand. Valls hatte zuvor öffentlich erklärt, bei der Parlamentswahl Mitte Juni für «En Marche!» antreten zu wollen. Am Dienstag bezeichnete er seine Sozialistische Partei als tot.

Der ehemalige Premierminister erfülle aber nicht alle Kriterien, sagte Ferrand. So habe er schon drei Amtszeiten als Parlamentarier hinter sich. Valls sei ein Sonderfall, sagte Ferrand.

19'000 Bewerbungen insgesamt

Nachdem im ersten Durchgang noch nicht alle Kandidierenden ausgewählt wurden, soll die vollständige Liste nun bis nächsten Mittwoch, dem 17. Mai, vorliegen. Die Anmeldefrist für die Kandidaturen endet zwei Tage später, am 19. Mai.

Die Macron-Bewegung bekam rund 19'000 Bewerbungen. Nur 24  der bisher bestimmten Kandidaten sind Abgeordnete der bisherigen Nationalversammlung.

Schweizer Kandidat

Damit werde Macrons «Versprechen einer Erneuerung» der Politik umgesetzt, sagte Ferrand. Das bedeute «die Rückkehr der Bürger ins Herz unseres politischen Lebens».

Unter den Kandidaten ist auch der «Territorialreferent» von «En Marche!» in der Schweiz und Liechtenstein, Joachim Son-Forget. Der 34-jährige Franzose ist Arzt am Lausanner Universitätsspital und lebt in Genf.

Der Mitte-Links-Politiker Macron hatte am vergangenen Sonntag mit klarer Mehrheit die europafeindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen geschlagen. Am Sonntag wird der 39-Jährige als jüngster Präsident aller Zeiten des Amt von Hollande übernehmen. Macron will eine Parlamentsmehrheit erringen, um regieren zu können. Bisher ist «En Marche!» überhaupt nicht in der Volksvertretung präsent.

(sda/me/gku)

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