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Untersuchung
Malaysia-Skandal: Die Schweizer Spur wird heisser

Malaysia: Das Land wird von einem Korruptionsskandal erschüttert. Keystone

In den Ermittlungen um den Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds führen die Spuren in die Schweiz. Offenbar ist Geld über hiesige Konten geflossen – drei Banken stehen im Fokus.

Veröffentlicht am 04.12.2015

Im Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB (1Malaysia Development Berhad) steht laut einem Bericht des «Wall Street Journal» (WSJ) die Falcon Private Bank im Zentrum. Die Schweizer Behörden würden sich auf Transaktionen des Staatsfonds über die in der Schweiz ansässige Falcon konzentrieren, heisst es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht.

Neben Falcon sollen aber mindestens zwei weitere Schweizer Banken Transaktionen in diesem Zusammenhang durchgeführt haben, heisst es. Es handle sich um die Tessiner BSI, die unlängst an die brasilianische BTG Pactual verkauft wurde, sowie um Coutts International, die inzwischen zur Genfer UBP gehört. Gegenüber dem WSJ wollten die beiden Banken keinen Kommentar abgeben.

Falcon kooperiert

Ein Falcon-Sprecher sagte der Zeitung, dass die Bank bezüglich der laufenden Untersuchungen gegenüber den Behörden «vollständig transparent und kooperativ» sei.

Bereits im August war bekannt geworden, dass die Bundesanwaltschaft (BA) wegen dem Bestechungsskandal eine Strafuntersuchung gegen Organe von 1MDB eingeleitet und dabei Gelder in «hoher zweistelliger Millionenhöhe» auf Schweizer Bankkonten blockiert hat - die Namen der Bankinstitute waren allerdings nicht genannt worden. Die Untersuchung betreffe Korruption ausländischer Beamter, ungetreue Geschäftsführung und Geldwäscherei, präzisierte damals ein BA-Sprecher.

Schmiergeld für Regierungschef

Involviert ist laut früheren Angaben die Erdölfirma PetroSaudi International, die ein Büro in Genf hat. Bei einem Deal zwischen PetroSaudi und 1MDB im September 2009 sollen rund 700 Millionen Dollar abgezogen und an einen Vertrauten von Regierungschef Najib Razak überwiesen worden sein.

(awp/mbü/hon)

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