1. Home
  2. Politik
  3. Malaysia-Skandal: Schweiz will Hilfe bei Ermittlungen

Verfahren
Malaysia-Skandal: Schweiz will Hilfe bei Ermittlungen

1MDB: Der Staatsfonds steht im Zentrum des Korruptionsskandals. Keystone

Die Schweizer Justiz ermittelt im Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds. Nun fordert sie Unterstützung vom malaysischen Staat – er ist durch die Veruntreuung beim Fonds geschädigt worden.

Veröffentlicht am 29.01.2016

Im Zug des Strafverfahrens gegen ehemalige Organe des malaysischen Staatsfonds «1 Malaysia Development Berhad» (1MDB), bei dem es um undurchsichtige Überweisungen geht, ersucht die Bundesanwaltschaft Malaysia um Rechtshilfe. Gelder sollen auch auf Schweizer Konten von ehemaligen malaysischen Beamten gelandet sein.

Das im August 2015 aufgenommene Verfahren richtet sich gegen zwei ehemalige Organe von 1MDB sowie gegen Unbekannt. Es geht um Bestechung fremder Amtsträger, ungetreue Amtsführung, Geldwäscherei und ungetreue Geschäftsbesorgung, wie die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) mitteilte.

Vier relevante Sachverhalte

Es gebe ernsthafte Anhaltspunkte für eine Veruntreuung zum Nachteil des malaysischen Staates, schrieb die BA. Die betroffenen Gelder seien für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes bestimmt gewesen.

Vier strafrechtlich relevante Sachverhalte aus der Zeit von 2009 bis 2013 sind laut BA bisher bekannt. Sie schrieb von einem «jeweils systematischen Vorgehen mit einem ausgeklügelten Finanzprodukt». Gelder von ungefähr 4 Milliarden Dollar sind laut der BA «mutmasslich veruntreut» worden. Bereits ermittelt wurde, dass ein kleiner Teil des Geldes auf Konten von verschiedenen ehemaligen malaysischen Beamten in der Schweiz landeten. Doch auch ehemalige und aktuelle Beamte der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sollen Geld erhalten haben. 2015 blockierte die BA Beträge in US-Dollar in zweistelliger Millionenhöhe auf Schweizer Konten.

Bilaterales Treffen

Zum mutmasslichen Schaden nahmen die betroffenen malaysischen Gesellschaften noch keine Stellung. Mit der Bitte um Rechtshilfe will die BA diese Gesellschaften und auch den malaysischen Staat auf die Ermittlungserkenntnisse aufmerksam machen und herausfinden, ob ein Schaden dieses Ausmasses entstanden ist.

Die Zusammenarbeit der Schweiz mit Malaysia hatten Bundesanwalt Michael Lauber und der malaysische Generalstaatsanwalt im September 2015 in Zürich besprochen. Das Rechtshilfeersuchen sei nun eine Konkretisierung der dabei getroffenen Grundsatzvereinbarung, schrieb die BA.

(sda/mbü)

Anzeige