Der Walliser CVP-Staatsrat und oberste Kantonsvertreter Jean-Michel Cina zeigt sich «konsterniert und verärgert» über den Nationalbank-Entscheid, die Kursuntergrenze zum Euro aufzuheben. Er kritisiert, dass die SNB sich noch kurz zuvor zur Untergrenze bekannt hat.

Der Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) wirft der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vor, ihrer Glaubwürdigkeit geschadet zu haben: «Wenn ein so abrupter Kurswechsel erfolgt, wo man sagt, man verteidige den Mindestkurs mit allen Mitteln, und am Tag darauf gilt das Gegenteil, dann leidet die Glaubwürdigkeit», sagte er im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Falscher Zeitpunkt

Es sei ungerecht, wenn es jetzt heisse, die Industrie und der Tourismus hätten drei Jahre Zeit gehabt, sich auf einen tieferen Euro-Kurs vorzubereiten und seien selber schuld, wenn sie dies nicht getan hätten, sagte Cina. «Wenn die Nationalbank sagt, der Mindestkurs gelte unverrückbar, dann verlässt man sich darauf.»

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Den Zeitpunkt für das Ende der Untergrenze hält er für falsch, wie er weiter sagte. «Der Tourismus hat es schon aufgrund der hohen Kosten in der Schweiz sehr schwer, auch die Exportindustrie muss kämpfen.» Eine Erhöhung der Mittel für Schweiz Tourismus, wie es die Organisation schon länger verlangt, sei nun erst recht berechtigt.

(sda/ise)