Fussball, Leichtathletik und Handball sind von Korruptionsaffären beschmutzt. Und nun ist eine weitere Sportart mit einem möglichen Skandal konfrontiert: Tennis.

Punktgenau zum Beginn des Australien Open-Turniers veröffentlichen BBC und Buzzfeed einen explosiven Bericht: Demnach standen in den letzten zehn Jahren 16 Spitzenspieler unter Verdacht der Spielmanipulation.

Grand-Slam-Gewinner unter Verdacht

Die Anti-Korruptionsaufsicht des Tennis, die TIU, habe von den Vorwürfen gewusst – dennoch hätten die Beschuldigten im Circuit weiterspielen können. Die Autoren nennen keine Namen. Unter den beschuldigten Spielern seien auch Gewinner von Grand-Slam-Titeln.

Die TIU retourniert die Vorwürfe: Die Behauptung sei falsch, die TIU habe weder Beweise für getürkte Spiele unterdrückt, noch solche Gerüchte nicht genügend untersucht, erklärte die TIU heute. «Wir sind ständig wachsam und legen nicht die Hände in den Schoss», sagte der Chef des Männer-Tennis ATP, Chris Kermode, laut der New York Times.

Federer: «Ernste Sache»

Nach seinem Startsieg nahm auch Tennis-König Roger Federer erstmals Stellung zu den Gerüchten. «Das ist eine ernste Sache und auch wichtig, um die Integrität unseres Sports zu erhalten. Es gibt keinen Platz für dieses Verhalten unserem Sport und ich habe kein Verständnis dafür», sagte Federer, betonte aber auch, dass alles im Moment reine Spekulation sei.

Etwas konkreter ist die Geschichte von Novak Djokovic. Die Weltnummer 1 soll 2007 – am Anfang seiner Karriere – ein Angebot bekommen haben, um ein Spiel in St. Petersburg zu manipulieren: Rund 100'000 britische Pfund seien ihm dafür geboten worden, verrät er. «Wir sind natürlich nicht auf das Angebot eingestiegen», wird der Serbe im «The Telegraph» zitiert.

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BBC Sport (@BBCSport) 17. Januar 2016

(mbü/ise)