Die italienische Marine hat erneut Hunderte Bootsflüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Mehr als 700 Menschen, darunter Dutzende Frauen und Kinder, seien bei fünf Einsätzen in der Nacht in den Gewässern zwischen Sizilien und Nordafrika aufgegriffen worden, teilten die Behörden mit. Viele wurden auf die Insel Lampedusa in ein völlig überfülltes Auffanglager gebracht.

Die europäische Flüchtlingspolitik ist derzeit Thema beim EU-Gipfel in Brüssel. Italiens Ministerpräsident Enrico Letta fordert von den Partnerländern eine grössere Unterstützung für die europäischen Mittelmeerstaaten und eine Überarbeitung der europäischen Asylpolitik. Nach derzeitigem Recht müssen die meisten Asylbewerber, die nicht legal einreisen, in dem EU-Land bleiben, über das sie in die Europäische Union gekommen sind. Das belastet Länder wie Italien und Griechenland, die stark unter Rezession und Euro-Krise leiden, zusätzlich. 

In diesem Jahr wagten nach UN-Angaben bereits mehr als 32'000 Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten die gefährliche Überfahrt in häufig völlig überfüllten Booten nach Süditalien. Vor zwei Wochen sanken kurz hintereinander zwei Schiffe, schätzungsweise mehr als 500 Menschen ertranken. Italien erhöhte daraufhin seine See-Überwachung in der Region. 

(reuters/muv/aho)