Martin Graf von den Grünen ist abgewählt worden. Der Vorsteher der Direktion der Justiz und des Innern erreichte zwar das absolute Mehr, schied aber als Überzähliger aus. Komfortabel gewählt wurden am Sonntag die vier bisherigen Regierungsräte Thomas Heiniger (FDP), Mario Fehr (SP), Ernst Stocker (SVP) und Markus Kägi (SVP). Heiniger erreichte den ersten Platz mit 149'789 Stimmen. Auf den zweiten Platz kam Fehr mit 145'658 Stimmen gefolgt von Stocker mit 144'351 Stimmen und Kägi mit 135'764 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag gemäss Statistischem Amt des Kantons Zürich bei 31,3 Prozent.

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Bis fast zuletzt spannend blieb es bei den weiteren drei Sitzen des siebenköpfigen Gremiums. Um 16.45 Uhr war es dann klar. Gewählt wurden Silvia Steiner (CVP) mit 117'799 Stimmen, Carmen Walker Späh (FDP) mit 115'463 Stimmen und Jacqueline Fehr (SP) mit 115'149 Stimmen. Die CVP zieht damit wieder in die Regierung, nachdem bei den Erneuerungswahlen vor vier Jahren CVP-Regierungsrat Hans Hollenstein abgewählt worden war. Statt Hollenstein schaffte es damals Martin Graf in die Regierung.

Viele Stimmen aber doch überzählig

Den grünen Regierungsrat Martin Graf ereilte am Sonntag das gleiche Schicksal: Er erreichte zwar mit 109'191 Stimmen das absolute Mehr von 90'428 Stimmen, schied aber als Überzähliger aus. Der Vorsteher der Direktion der Justiz und des Innern dürfte hauptsächlich über sein ungeschicktes Agieren im Fall des jugendlichen Straftäters «Carlos» gestolpert sein, der wegen einer teuren Sonderbehandlung national für Schlagzeilen gesorgt hat.

Im Kantonsrat triumphiert die FDP. Erstmals nach 20 Jahren hat sie ihren Wähleranteil wieder vergrössern können und gewinnt 8 Sitze. Von 3 auf 5 Sitze steigerte sich die linke Alternative Liste (AL). Die grossen Verlierer sind Grüne (-6) und Grünliberale (-5). Die SVP als stärkste politische Kraft im Kanton hat ihre Mandate verteidigen können und bleibt bei 54 Sitzen. Die Freisinnigen stellen neu 31 Kantonsratsmitglieder, liegen aber weiterhin hinter der SP. Diese bleibt mit 36 Sitzen (+1) zweitstärkte Partei.

Grüne und Grünliberale lassen Federn

Dahinter folgen die Grünliberalen mit 14 und die Grünen mit 13 Sitzen. Die CVP bleibt bei 9 Mandaten, die EVP stellt neu deren 8 (+1). Die BDP, die vor vier Jahren gleich mit 6 Mitgliedern ins Parlament eingezogen war, verlor einen Sitz. Die christlich-konservative EDU konnte ihre 5 Sitze verteidigen.

(sda/se)