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Martin Schulz wird als Kanzlerkandidat gehandelt

Martin Schulz: Der EU-Parlamentarier kehrt Brüssel den Rücken. Keystone

Martin Schulz wechselt in die deutsche Politik. Möglicherweise tritt der jetzige Präsident des EU-Parlaments als Kanzlerkandidat gegen Angela Merkel an.

Veröffentlicht am 24.11.2016

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz wechselt aus Brüssel in die Bundespolitik nach Berlin und bringt damit Schwung in die Suche der SPD nach einem Kanzlerkandidaten. «Ich werde nicht für eine weitere Amtszeit als Präsident des Europäischen kandidieren», sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Brüssel. Er wolle stattdessen auf Platz eins der nordrhein-westfälischen SPD-Landesliste bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr antreten. «Ich werde nun von der nationalen Ebene aus für das europäische Projekt kämpfen», sagte Schulz.

Offen liess er, ob er das Amt des Aussenministers als Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier übernehmen will, wenn dieser im Februar zum Bundespräsidenten gewählt wird. Nach Einschätzung aus Parteikreisen ist Schulz aber klarer Favorit dafür. Schulz sei seit 1994 Mitglied des Europaparlaments und habe sich als langjähriger Präsident des Parlaments auch international alle Kontakte erworben, die man sich für einen Aussenminister nur wünschen könne, hiess es in Parteikreisen.

Kanzlerkandidatur offen

Auch zu einer möglichen Kanzlerkandidatur äusserte sich Schulz nicht. Es bleibe bei dem Zeitplan, den Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 bei der Parteivorstandsklausur Ende Januar zu benennen, sagte ein Mitglied der Parteiführung am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Bereits vor der Ankündigung von Schulz hatte es in der SPD geheissen, die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur werde zwischen Sigmar Gabriel und Schulz ausgemacht.

Als Parteichef habe Gabriel das Vorschlags- und Zugriffsrecht. «Wenn er das machen will, wird ihm das keiner streitig machen», sagte auch am Donnerstag ein Mitglied des Parteivorstandes. Schulz war bei der Europawahl 2014 als Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten angetreten. In Deutschland holte er damals für die SPD das beste Ergebnis seit der Bundestagswahl 2005.

(reuters/mbü)

 

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