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Terror
Massive Polizeipräsenz und Hausdurchsuchung in Boston

Polizisten verlassen einen Apartment-Komplex im Vorort Revere: Medien berichten über eine Durchsuchung. (Bild: Keystone)

Nach dem Bombenanschlag in Boston hat die Polizei eine Wohnung in einem Vorort durchsucht. Der für Sonntag angesetzte Marathon in London soll derweil wie geplant stattfinden.

Veröffentlicht am 16.04.2013

Nach den Anschlägen beim Marathon in der US-Ostküstenstadt Boston bleiben die Geschäftsstrassen in unmittelbarer Umgebung der beiden Detonationen abgesperrt. Spezialisten suchen am Tatort weiter nach Indizien, die auf die Urheber der Anschläge hindeuten könnten.

Überall sei mit massiver Polizeipräsenz und Sicherheitskontrollen zu rechnen, unter anderem im öffentlichen Nahverkehr, teilte das Amt von Bürgermeister Thomas Menino mit. «Wer zur Arbeit geht, wird eine deutlich stärkere Polizeipräsenz sehen. Niemand sollte wegen der Nationalgarde und anderer bewaffneter Beamten alarmiert sein», hiess es in der Mitteilung.

Ausserdem habe die Polizei eine Wohnung in einem Vorort der Stadt durchsucht, berichtet «Welt Online» unter Berufung auf den Fernsehsender WBZ-TV. Es handelte sich demnach um ein Apartment in der Stadt Revere.

Die Polizei bestätigte, dass es einen Durchsuchungsbefehl gegeben habe und dass die Aktion Teil der Ermittlungen zum Anschlag auf den Marathon sei. Weitere Details wurden nicht genannt. Die Zeitung «Boston Herald» meldete, dass unter den Ermittlern Agenten des Ministeriums für Innere Sicherheit (Homeland Security) sind.

Ermittlungen in zwei Richtungen

Zwei Sprengsätze war innerhalb weniger Sekunden im Zielbereich des traditionellen Boston Marathons detoniert. Mindestens drei Menschen starben, mehr als 100 wurden verletzt. Ärzte berichteten von mehreren Amputationen.

Aus Regierungskreisen hiess es, die Tat werde als Terroranschlag eingestuft. US-Polizei und -Geheimdienste ermitteln nach Angaben von Insidern zunächst in zwei Richtungen: So könnte es sich um einen Anschlag von regierungsfeindlichen Gruppen aus dem Inland oder von radikalen Islamisten handeln.

Präsident Barack Obama versprach, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Er warnte vor voreiligen Schlüssen bei der Suche nach möglichen Tätern.

London Marathon soll soll stattfinden

Aussenminister Didier Burkhalter sprach den Opfern und ihren Angehörigen im Namen des Bundesrates sein Mitgefühl aus. Die Bombenanschläge seien mit grösster Entschlossenheit zu verurteilen, sagte Burkhalter im Nationalrat. Es handle sich um Gewaltakte, die Unschuldige träfen und in keinster Weise zu rechtfertigen seien. Die Anschläge forderten eine entschlossene internationale Haltung gegen Terrorismus.

Der für Sonntag angesetzte Marathon in London soll trotz des Bombenanschlags in Boston wie geplant stattfinden. Allerdings würden zusammen mit den Veranstaltern die Sicherheitsvorkehrunge überprüft, teilte die Polizei in London am Dienstag mit.

In der britischen Hauptstadt wollen 36'000 Läufer an den Start gehen. Bei dem Bombenanschlag auf den Marathon in Boston kamen am Montag drei Menschen ums Leben. Mehr als 100 wurden verletzt. Der Hintergrund blieb zunächst unklar.

(tno/sda)

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