Mit dem Abfeuern dutzender Raketen auf Orte in Israel hat die radikalislamische Hamas am Montag die seit Wochen angespannte Lage im Konflikt mit Israel weiter eskaliert. Nach Angaben der israelischen Armee schlugen im Gaza-Streifen abgefeuerte Raketen bis zu 80 Kilometer tief auf israelischem Boden ein - so weit wie nie zuvor in der jüngsten Eskalation.

Während die israelische Führung in den vergangenen Tagen Signale der Beruhigung ausgesendet und betont hatte, Ruhe werde mit Ruhe beantwortet, bereitete sich die Armee nun auf einen Großeinsatz im Gaza-Streifen vor. Das Sicherheitskabinett beschloss zunächst aber keine Bodenoffensive in das Palästinensergebiet.

In der Nähe des Schutzraumes bleiben

Den ganzen Tag über gingen Raketen auf Südisrael nieder. Die Behörden wiesen die Bevölkerung in der West-Negev-Region an, sich nicht weiter als 15 Sekunden vom nächsten Schutzraum entfernt aufzuhalten. Zwischenzeitlich wurde sogar in Aussenbezirken der Metropolen Tel Aviv und Jerusalem Raketenalarm ausgelöst. Dies habe sich aber als falscher Alarm herausgestellt, erklärte die Polizei.

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Anders als bei vorangehenden Angriffen aus dem Gaza-Streifen bekannte sich die in dem Küstengebiet herrschende Hamas diesmal zu dem Geschosshagel auf Israel. In einer Zeitspanne von nur einer Stunde gingen 40 Raketen auf Israel nieder. Zur gleichen Zeit wurden im Gazastreifen sechs Hamas-Mitglieder beerdigt, die am Montag ums Leben gekommen waren. Hamas beschuldigte Israel, die Extremisten ihrer Kampftruppen bei einem Luftangriff getötet zu haben und kündigte Rache an. Die israelische Armee wies dies aber zurück und erklärte, die Extremisten seien beim Hantieren mit Sprengstoff in einem Tunnel ums Leben gekommen.

(reuters/se)