Die europäischen Wettbewerbshüter nehmen den US-Kreditkartenanbieter Mastercard erneut in die Zange. Sie werfen dem Unternehmen vor, bestimmte Kartenbesitzer übertrieben zur Kasse zu bitten. Konkret geht es um Nichteuropäer, die in Europa einkaufen. Sie sollen dafür zu hohe Kosten von Mastercard in Rechnung gestellt bekommen, wie die EU-Kommission kritisiert. Sie sandte dem Branchenzweiten hinter Visa am Donnerstag ein Schreiben mit Beschwerdepunkten. Es ist bereits das zweite Mal, dass sich die Behörde mit Mastercard anlegt.

Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager stösst sich nach eigener Auskunft an zweierlei: Zum einen geht es um die Regeln, nach denen Mastercard grenzüberschreitende Transaktionen innerhalb der EU abwickelt. Zum anderen sind es die Gebühren, die Detailhändler zahlen müssen, wenn sie Zahlungen mit Karten erhalten, die ausserhalb Europas ausgegeben wurden. Mastercard kündigte eine Antwort auf Vestagers Einwände an und sagte eine konstruktive Zusammenarbeit zu.

2009 knickte Mastercard ein

Die Behörden in Europa und den USA haben lange für die Senkung von Kreditkartengebühren gekämpft. Im Jahr 2009 lenkte Mastercard unter dem Druck eines EU-Kartellverfahrens ein. Der Konzern kappte die Kosten, die Detailhändler bei grenzüberschreitenden Zahlungen mit Kreditkarten sowie Debitkarten - hierzu zählen in Deutschland etwa Bank- und EC-Karten - berechnet werden. In der EU ist inzwischen eine Deckelung der Gebühren für Kreditkarten-Zahlungen vorgesehen.

(reuters/mbü/ama)

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