Die Brexit-Pläne der Londoner Regierung haben am Mittwochabend ihre erste Hürde im Parlament genommen. Mit einer klaren Mehrheit von 498 zu 114 Stimmen billigten die Abgeordneten im Grundsatz ein Gesetz, das Premierministerin Theresa May den Weg für offizielle Austrittsverhandlungen mit der Europäischen Union (EU) ebnet.

Im nächsten Schritt werden die Parlamentarier das Vorhaben ab kommender Woche genauer unter die Lupe nehmen. Die Parlamentsberatungen dürften bis Anfang März ganz abgeschlossen sein, so dass May wie vorgesehen bis Ende März den Brexit in Brüssel offiziell einleiten kann. Das Oberste Gericht hatte entschieden, dass die Abgeordneten zustimmen müssen.

Schotten scheitern

Der Abstimmung vorausgegangen waren zwei Tage leidenschaftlich geführter Debatten, in denen vielen pro-europäischen Abgeordneten noch immer der Schock über die Entscheidung der Wähler für einen EU-Abschied anzumerken war.

Schottische Nationalisten versuchten am Mittwoch vergeblich noch, das Brexit-Gesetz zu kippen. In Schottland hatte sich - wie auch in Nordirland - die Mehrheit der Wähler für eine Zukunft in der EU ausgesprochen. Sie konnten sich damit aber nicht durchsetzen, weil am 23. Juni 52 Prozent der Briten insgesamt für den Brexit gestimmt hatten. Die Wähler in England und Wales waren mehrheitlich dafür.

(reuters/tno)

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