In den USA wächst der Zahl der republikanischen Bewerber um das Präsidentenamt. Die ehemalige Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina und der Tea-Party-Liebling Ben Carson steigen ins Rennen ein.

«Ich denke, ich bin die Beste für den Job, weil ich verstehe, wie die Wirtschaft funktioniert», sagte Fiorina dem TV-Sender ABC am Montag. Die 60-Jährige bemüht sich um die Nominierung der Republikaner. Sie hat sich als scharfe Kritikerin von Ex-Aussenministerin Hillary Clinton positioniert, die für die Demokraten ins Rennen gehen möchte.

Jura-Studium abgebrochen

Die aus Texas stammende Tochter eines Bundesrichters brach ihr Jura-Studium ab, machte aber noch zwei Abschlüsse in Wirtschaft und Naturwissenschaften. Von einem Job als Sekretärin in einer kleinen Immobilienfirma arbeitete sich Fiorina bis an die Spitze des Computerriesen HP hoch.

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Nachdem sie eine Übernahme des Konkurrenten Compaq gegen alle Bedenken durchgedrückt hatte und Finanzziele nicht erreichte, wurde sie 2005 schliesslich aus dem Chefsessel gedrängt.

Carson als Chirurg weltberühmt

Unter Republikanern ist Fiorina keine Unbekannte. 2008 beriet sie Senator John McCain in dessen Präsidentschaftswahlkampf und bewarb sich 2010 erfolglos als Senatorin für Kalifornien.

Am Sonntagabend (Ortszeit) hatte auch der Neurochirurg Ben Carson seine Kandidatur angekündigt. Der 63-jährige Afroamerikaner kommt aus sehr armen Verhältnissen und gilt als Liebling der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung der Republikanischen Partei. Er tritt für niedrige Steuern und gegen die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama ein.

Weltweit berühmt wurde Carson mit der ersten erfolgreichen Trennungsoperation an siamesischen Zwillingen, die am Kopf zusammengewachsen waren.

Wahl im November 2016

Für die Republikaner bewerben sich bislang die Senatoren Marco Rubio, Ted Cruz und Rand Paul um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Als weiterer Kandidat gilt vor allem der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, Bruder des ehemaligen Präsidenten George W. Bush.

Obamas Nachfolger wird im November 2016 gewählt. Der Präsident darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Bei seinen Demokraten gilt die frühere Aussenministerin Hillary Clinton als grosse Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur. Konkurrenz bekommt sie bislang vom parteilosen Senator Bernie Sanders, der im linken Flügel der Demokraten Anhänger hat. Auch der frühere Senator Jim Webb hat sein Interesse erklärt, liegt in Umfragen aber ebenso wie Sanders weit hinter Clinton.

(sda/tno/ama)