Die Polizei in Istanbul hat bei den Auseinandersetzungen mit Demonstranten am Sonntag mehr als 400 Menschen festgenommen. Das teilte die Rechtsanwaltskammer in der türkischen Metropole mit. In der Hauptstadt Ankara wurden nach Angaben der dortigen Anwaltskammer zudem 56 Menschen festgenommen.

Schwere Zusammenstösse

Der mittlerweile symbolträchtige Taksim-Platz in Istanbul war nach der gewaltsamen Räumung des Gezi-Parks am Samstagabend abgeriegelt worden. Tausende Demonstranten hatten am Sonntag versucht, dorthin zu gelangen. Dabei war es zu schweren Zusammenstössen mit Sicherheitskräften gekommen, die Tränengas und Wasserwerfer einsetzten.

Auch in der Nacht zu Montag kam es in Istanbul zu vereinzelten Zusammenstössen zwischen der Polizei und Kritikern der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Am Montagmorgen wurde der Taksim-Platz wieder für Fussgänger freigegeben. Auf dem für den Verkehr weiterhin gesperrten Platz und an den Zugangsstrassen waren nach Augenzeugenberichten zahlreiche Polizisten versammelt.

Aus Protest gegen das massive Vorgehen der Polizei gegen die Protestierenden riefen zwei Gewerkschaftsdachverbände für Montag zu einem eintägigen landesweiten Streik auf.

(chb/sda)