Im Schweizer Eisenbahnnetz sollen Güter schneller, pünktlicher und während mehr Stunden pro Tag transportiert werden können. Dies sind einige der Massnahmen, mit denen sich die Branche für die in den nächsten 20 Jahren erwartete Zunahme des Güterverkehrs wappnen will.

Rund 35 Prozent mehr Güter als heute würden 2030 mit der Bahn transportiert, schätzen die Autoren der Studie, welche der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) heute in Bern präsentierte. Beim Personenverkehr dürfte das Volumen gar um 59 bis 83 Prozent steigen.

Damit der Güterverkehr nicht unter die Räder kommt, soll ihm auch auf wichtigen Passagierverbindungen wie Genf-Lausanne ein Minimum an Betriebszeit gewährt werden, fordert der VöV. Auch sollen Güter täglich während rund drei Stunden länger als heute transportiert werden können - zurzeit sind die Güterwaggons nur geschätzte 15 Stunden täglich im Einsatz.

Gesetz in Überarbeitung

Eine höhere Geschwindigkeit und mehr Pünktlichkeit hilft gemäss VöV ebenfalls, die Kapazität im Gütertransport zu erhöhen. Realisieren lässt sich dies gemäss dem Verband beispielsweise mit Verbesserungen bei der Infrastruktur. Potenzial sieht der Verband auch in technischen Innovationen.

Die Vorschläge des VöV basieren auf der Studie «Marktanalyse und Marktprognose Schienengüterverkehr 2030», die im Auftrag des Verbands und anderer Branchenakteure sowie des Bundesamts für Verkehr (BAV) erarbeitet wurde.

Einige der Forderungen des VöV können mit dem revidierten Gütertransportgesetz umgesetzt werden - mit der Revision erhalten beispielsweise Personenzüge nicht mehr automatisch Vorfahrt auf den Gleisen. Das Gesetz ist noch in Arbeit, das Vernehmlassungsverfahren dazu ging gestern zu Ende.

(jev/tno/sda)