1. Home
  2. Politik
  3. Mehrheit der Schweizer will nicht bis 67 arbeiten

Vorsorge
Mehrheit der Schweizer will nicht bis 67 arbeiten

Rentner am Zürichsee: Im September wird über die «AHVplus» abgestimmt. Keystone

Soll das Rentenalter auf 67 erhöht werden, wenn die AHV weiter in Schieflage gerät? Eine Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer wollen von einer Anhebung nichts wissen.

Veröffentlicht am 11.09.2016

Soll das Rentenalter automatisch auf 67 erhöht werden, wenn die AHV finanziell weiter in Schieflage gerät? Die Pläne zur Reform der Altersvorsorge, die der Nationalrat in der bevorstehenden Herbstsession wälzt – massgeblich verschärft von der bürgerlichen Mehrheit in der nationalrätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) –, stossen in der Bevölkerung auf erheblichen Widerstand. 

Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Zeitung «Schweiz am Sonntag». 63 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wollen von einer Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre nichts wissen. Selbst in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen sind über 55 Prozent dagegen. Deutlich besser kommt bei den Befragten eine Rentenerhöhung um 10 Prozent an, so wie sie die «AHVplus»-Initiative der Gewerkschaften fordert, die am 25. September an die Urne kommt: 34 Prozent sind dafür, 25 Prozent dagegen, 41 Prozent unentschieden. 

Umstrittene «AHVplus»

Mit einem Ja-Stimmenanteil von nur 21 Prozent stehen die Jungen der Rentenerhöhung um monatlich 200 bis 350 Franken überdurchschnittlich skeptisch gegenüber. Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Marketagent Schweiz AG zwischen dem 29. August und dem 7. September 1122 stimmberechtigte Personen zwischen 18 und 65 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz befragt.

Pro Senectute will von der AHV-plus-Initiative des Gewerkschaftsbundes indes nichts wissen. «Wir unterstützen die Initiative der Gewerkschaften nicht», sagt Pro-Senectute-Direktor Werner Schärer zum «Sonntagsblick». «Die Altersvorsorge in der Schweiz basiert auf zwei beziehungsweise drei Säulen. Lediglich ein Standbein zu stärken, ist für Pro Senectute nicht der richtige Ansatz.» Ein weiterer Schwachpunkt von AHV plus ist für Schärer, dass Rentner, welche Ergänzungsleistungen (EL) beziehen, nicht von der Erhöhung profitierten. 

(moh)

Anzeige