Die Mehrheiten sind hauchdünn. Vor allem aber zeigen sie einmal ein Ja und einmal ein Nein an, wie eine Umfrage im Auftrag der «Schweiz am Wochenende» zeigt. Ja sagt zurzeit eine knappe Mehrheit zur Reform der Altersvorsorge als Paket: 29,1 Prozent der Bevölkerung wollen eher oder bestimmt ein Ja einlegen.

28,8 Prozent hingegen lehnen sie eher oder bestimmt ab. Nein sagt die Bevölkerung zurzeit aber zur Zusatzfinanzierung der AHV durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer: Hier sagen 31,7 Prozent eher oder bestimmt Nein, 30,3 Prozent ehoder bestimmt Ja. Das zeigt eine repräsentative Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts Marketagent.com bei 1000 stimmberechtigten Personen. Sie wurde vom 21. bis 29. August im Rahmen eines Omnibusses durchgeführt.

Mehrheit der Frauen sagt Nein

Im Zusammenhang mit den Ja-Stimmen zur Reform der Altersvorsorge fällt auf, dass der Ja-Anteil in der Deutschschweiz mit 30,9 Prozent und bei den Männern mit 36,8 Prozent deutlich höher ist als in der Westschweiz mit 24,3 Prozent und bei den Frauen mit 21,4 Prozent. Polarisiert wird die Vorlage vor allem durch die Erhöhung des Rentenalters der Frauen von 64 auf 65 Jahre. 47,9 Prozent sind eher oder bestimmt für die Erhöhung, 41,6 Prozent eher oder bestimmt dagegen.

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Während die Männer der Erhöhung mit 65,4 Prozent zustimmen, sagen die Frauen
mit 55,7 Prozent Nein. Zudem gelten die Frauen bei den Stimmberechtigten als die grossen Verliererinnen der Reform. 38,8 Prozent der Befragten – Männer wie Frauen – sehen das so. Bei den Frauen selbst liegt der Anteil bei 41,1 Prozent.

Als zweite und dritte Verlierer gelten Junge zwischen 18 und 43 Jahren und Einpersonenhaushalte. 34,3 Prozent sagen, die Jahrgänge 1974 und jünger würden benachteiligt. Und 20,6 Prozent sehen das bei Einpersonenhaushalten – Singles, Alleinerziehenden – so.

Viele Unentschlossene

Drei Wochen vor der Abstimmung vom 24. September ist der Anteil der Unentschlossenen sehr hoch. Bei der Reform zur Altersvorsorge liegt er bei 42,1 Prozent. Besonders hoch ist die Zahl der Unentschlossenen bei den Frauen und den Jungen (18 bis 29 Jahre), mit je 52,4 Prozent. Im Fall der Zusatzfinanzierung durch die Mehrwertsteuer liegt die Zahl der Unentschlossenen bei 38 Prozent.

(sda/me)