Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts massiver Arbeitslosigkeit in vielen EU-Staaten vor neuer Instabilität in Europa gewarnt. Gegebenenfalls müssten weitere Überbrückungsmassnahmen ergriffen werden bis die eingeleiteten Strukturreformen so wirkten, dass die Zahl der Arbeitslosen verringert werde, sagte sie vor dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos.

Europa müsse aufpassen, «dass die politische Situation nicht so eskaliert, dass wieder Instabilität entsteht.» Und weiter: «Wir müssen heute Strukturmassnahmen durchführen, damit wir morgen besser leben können.»

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sieht die Euro-Zone hingegen nach der Finanzkrise auf Erholungskurs. «Die Europäische Union hat viele Fortschritte gemacht und befindet sich am Wendepunkt. Die Euro-Zone ist nicht mehr unter existenzieller Bedrohung», sagte van Rompuy beim EU-Brasilien-Gipfel in Brasília.

Zugleich dämpfte er Euphorie. «Wir müssen realistisch sein. Es wird noch eine Zeit dauern, bis es möglich wird, das Wachstum wieder aufzunehmen.» Europa versuche, diese Zeit zu verkürzen. «Wenn Europa seine Wettbewerbsfähigkeit halten will, dürfen wie die Zügel nicht schleifen lassen.»

(muv/awp)