1. Home
  2. Politik
  3. Merkel-Regierung will Lohnexzesse stoppen

Abzocker
Merkel-Regierung will Lohnexzesse stoppen

Bundeskanzlerin Merkel: Der Bundestag muss den Plänen der Regierungskoalition noch zustimmen. (Bild: Keystone)

Geht es nach dem Willen des Bundeskabinetts, sollen künftig Aktionäre über die Managerlöhne abstimmen – ganz nach Schweizer Vorbild. Noch ist die Reform nicht unter Dach und Fach.

Veröffentlicht am 08.05.2013

Aktionäre börsennotierter Unternehmen sollen künftig über die Vergütungen der Spitzenmanager abstimmen können. Das Bundeskabinett verabschiedete in Berlin nach Angaben aus Teilnehmerkreisen eine Reform des Aktienrechts, nach der die Hauptversammlung die Gehaltsvorschläge des Aufsichtsrats für die Vorstandsmitglieder billigen muss.

Nach dem Entwurf müssen der Aktionärsversammlung die Angaben zu den höchstens erreichbaren Vergütungen für den Vorstandsvorsitzenden, seinen Vertreter und die einfachen Vorstandsmitglieder zur Entscheidung vorgelegt werden. Bislang können Aktionäre nur über die Managergehälter abstimmen, wenn der Aufsichtsrat dies zulässt.

FDP machte Druck

Vor allem die FDP hatte nach einer Volksabstimmung in der Schweiz Druck für die jetzt angegangene Änderung der Vorschriften für Managergehälter gemacht. Die Schweizer hatten Anfang März die «Volksinitiative gegen die Abzockerei» gebilligt, nach der Aktionäre in der Hauptversammlung jedes Jahr neu über die Höhe der Managervergütungen von börsennotierten Firmen entscheiden sollen.

Union und FDP haben sich jetzt, nach der großen öffentlichen Debatte und der erfolgreichen Volksabstimmung gegen Gehaltsexzesse in der Schweiz, zum Handeln entschlossen. Der Bundestag muss den Plänen der Regierungskoalition aus Union und FDP noch zustimmen.

(vst/aho/reuters)

Anzeige