Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama haben Russland aufgefordert, im Ukraine-Konflikt auf eine Waffenruhe hinzuwirken. Dies teilte der Sprecher der deutschen Regierung Steffen Seibert am Donnerstagabend mit.

Merkel und Obama hatten demnach in einem Telefonat über die Lage in der Ukraine gesprochen und dabei die Bedeutung einer raschen beidseitigen Waffenruhe unterstrichen. Hierzu müsse vor allem Russland seinen Teil beitragen und auf die Separatisten im Osten der Ukraine einwirken, damit auch diese eine Waffenruhe beachten.

Telefon-Diplomatie in der Ukraine-Krise

Ausserdem dürften von russischem Gebiet keine weiteren Waffen oder Kämpfer in die Ukraine gelangen, forderten Merkel und Obama nach Aussage des Regierungssprechers. Die Chance auf eine beidseitige Waffenruhe dürfe nicht wieder ungenutzt bleiben. Gemeinsames Ziel bleibe eine Stabilisierung der Ukraine, die es dem Land ermögliche, auf demokratische Weise über seinen eigenen Weg zu entscheiden.

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Merkel hatte zuvor gemeinsam mit Frankreichs Staatschef François Hollande ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt und eine Waffenruhe gefordert. Die Kanzlerin und der französische Präsident forderten Putin dabei auf, seinen Einfluss auf die prorussischen Separatisten in der Ostukraine geltend zu machen. An vorangegangenen Telefonaten Merkels, Hollandes und Putins war in den vergangenen Tagen mehrmals der ukrainische Präsident Petro Poroschenko beteiligt gewesen.

Ende der Waffenruhe

Die Vierer-Gespräche konnten die Situation aber nicht entschärfen: Poroschenko verkündete am Montagabend das Ende der von ihm ausgerufenen Waffenruhe. Bei einem Treffen am Mittwoch in Berlin einigten sich die Aussenminister der Ukraine und Russlands darauf, sich um eine neue Feuerpause zu bemühen.

(sda/gku)