In den letzten sechs Jahren sind in Mexiko bis zu 26'000 Menschen verschwunden. Die Regierung stellte erstmals eine entsprechende Vermisstenliste vor, die sich auf die Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Felipe Calderón von 2006 bis 2012 bezieht.

Allerdings wird in der Liste nicht differenziert, ob es sich bei den Vermissten um Opfer der mächtigen Drogenkartelle, illegale Migranten oder anderweitig Verschwundene handelt. Die Liste war im November von der damals scheidenden Regierung Calderóns an dessen Nachfolger Enrique Peña Nieto übergeben worden.

In über 5000 der insgesamt 26'121 Fälle müsse ausserdem noch geklärt werden, ob es sich nicht um doppelte Einträge handle oder es sonstige Unstimmigkeiten gebe, erklärte die für Menschenrechte zuständige Staatssekretärin Lía Limón. Man werde nun Fall für Fall prüfen, um genau festzustellen, wie viele davon einen kriminellen Hintergrund haben.

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Calderón hatte den Kampf gegen die Drogenkartelle zu einem zentralen Punkt seiner Politik gemacht. Allerdings verschlechterte sich die Sicherheitslage in dieser Zeit weiter. Nach Schätzungen der neuen Regierung forderte der Drogenkrieg in Calderóns Amtszeit etwa 70'000 Menschenleben.

Häftlinge bei Überfall auf Gefängnis befreit

Bei einem Überfall auf ein mexikanisches Gefängnis wurden derweil zwölf Häftlinge befreit. Mindestens 15 bewaffnete Männer seien am Dienstag in mehreren Fahrzeugen vor der Haftanstalt der Stadt Miguel Alemán (Bundesstaat Tamaulipas) vorgefahren und hätten das Wachpersonal überwältigt, teilten die Behörden mit.

Bei der Mehrzahl der Befreiten soll es sich um Informanten krimineller Banden handeln. Miguel Alemán befindet sich an der Grenze zu den USA. Mexikanische Drogenkartelle haben schon öfter Häftlinge befreit, um sie für sich arbeiten zu lassen.

(chb/tke/sda)