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Beschluss
MH17: Konfliktparteien einigen sich auf Sperrzone

Betender in Kuala Lumpur: Nun kann der Crash untersucht werden.   Keystone

Nach anfänglichem Hickhack gibt es am Absturzort der Boeing 777 von Malaysia Airlines nun doch eine Sicherheitszone. Dies beschlossen Russland, die Ukraine, die Separatisten und die OSZE.

Veröffentlicht am 19.07.2014

Am Ort des Absturzes des malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine ist eine Sicherheitszone vereinbart worden. Das teilte der Chef der ukrainischen Sicherheitsbehörden, Valentin Naliwaitschenko, in Kiew mit. Demnach wurde die Vereinbarung über die weiträumige Sicherheitszone zwischen der Ukraine, Russland, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und den prorussischen Separatisten getroffen, die das Gebiet kontrollieren. Die «wichtigste Aufgabe» bestehe zunächst darin, die Leichen der 298 Absturzopfer zu identifizieren und die Toten den Hinterbliebenen zu übergeben, sagte Naliwaitschenko.

Die Passagiermaschine von Malaysia Airlines war am Donnerstag im umkämpften Osten der Ukraine abgestürzt. Sie war zuvor nach Einschätzung von US-Experten von einer Rakete getroffen worden, die aus dem von den Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden war. Unter den Insassen des Flugzeugs der Malaysia Airlines waren 189 Niederländer sowie dutzende Malaysier. Aus mehreren Ländern reisten Expertenteams in die Ukraine, um sich an der Aufklärung des Hergangs zu beteiligen.

Russland fordert Kiew auf, Dokumente offenzulegen

Russland forderte die Führung in Kiew unterdessen auf, alle Dokumente über ihre Luftabwehr im Konfliktgebiet offenzulegen. Die Ukraine müsse einer Untersuchungskommission detailliert Einblick gewähren, wie sie ihre Raketen verwende, sagte Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow am Samstag dem Fernsehsender Rossija-24. «Die internationale Gemeinschaft wartet darauf», betonte er. Gleichzeitig vermied er direkte Schuldzuweisungen an die Ukraine.

Es stelle sich die Frage, auf welcher Grundlage die Führung in Kiew schon kurz nach dem Absturz der Maschine die Separatisten dafür verantwortlich gemacht habe, sagte Antonow. Das ukrainische Militär habe Flugabwehrsysteme in dem Konfliktgebiet stationiert, obwohl die Aufständischen keine Flugzeuge hätten, behauptete er. «Die Antworten auf diese Fragen werden den Experten auch in Europa und Asien zeigen, was am Himmel über der Ukraine geschehen ist», sagte Antonow.

Der Westen sieht es anders

«Wir können nicht ausschliessen, dass russisches Personal beim Betrieb dieser Systeme geholfen hat», sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, am Freitag dem Sicherheitsrat in New York in einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung. Es sei nicht bekannt, dass Boden-Luft-Raketen der ukrainischen Armee in diesem Gebiet stationiert seien. Auch US-Präsident Barack Obama sagte vor den Medien, alle Hinweise deuteten darauf hin, dass eine Boden-Luft-Rakete vom ostukrainischen Gebiet abgeschossen wurde, das von prorussischen Separatisten besetzt sei. «Wir wissen auch, dass das nicht das erste Mal ist, dass ein Flugzeug in der Ostukraine abgeschossen wurde», sagte der Präsident.

(sda/se)

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