Die EU-Kommission hat insgesamt 2,4 Milliarden Euro zum Migrationsmanagement bis 2020 an die EU-Staaten freigegeben. Damit können Hilfen aus dem europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) sowie aus dem EU-Fonds für Innere Sicherheit (ISF) auch an Griechenland und Italien fliessen, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte.

Der Grossteil der AMIF-Hilfen geht an Italien (310,4 Millionen Euro), Griechenland (259,4 Millionen Euro) und Spanien (257,1 Millionen Euro). Diese drei Länder sind auch die grössten Empfänger aus dem ISF, wobei 262,1 Millionen Euro an Spanien gehen, 244,9 Millionen Euro an Italien, und 214,8 Millionen an Griechenland.

1550 Flüchtlinge in Seenot

Die EU-Kommission betonte, dass Hilfen für die Betreuung von Asylbewerbern in Calais bereits früher an Frankreich ausbezahlt wurden. Frankreich und Grossbritannien hätten seither keine neuen Hilfen beantragt.

Derweil versuchen immer mehr Menschen, nach Europa zu gelangen. Mehr als 1550 Flüchtlinge wurden am Montag im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Sie hätten sich an Bord von insgesamt sieben Booten vor der libyschen Küste befunden, teilte die italienische Küstenwache mit.

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Schiffsbrüchige im Mittelmeer

Das von Ärzte ohne Grenzen und der maltesischen Organisation Moas betriebene Schiff «Phoenix» habe 230 Menschen an Bord von zwei Booten gerettet. Anschliessend habe das Schiff 125 weitere Flüchtlinge aufgenommen, die zunächst vom irischen Marineschiff «Niamh» gerettet worden seien.

Ein Schiff der italienischen Marine rettete am Montag 77 Migranten eines weiteren Bootes, und ein Schiff der italienischen Küstenwache nahm 345 Menschen von einem grösseren Flüchtlingsboot auf.

Grosse Rettungsaktion

Die heikelste Rettungsaktion ereignete sich den Angaben zufolge, als eine Spezialdrohne der «Phönix» zwei überfüllte Boote entdeckte, von denen eines das andere hinter sich her zog. Die Rettung der insgesamt 775 Menschen an Bord dauerte fünf Stunden.

Beteiligt waren Schiffe der italienischen Marine sowie der italienischen und schwedischen Küstenwache im Rahmen der EU-Grenzschutzmission Frontex. Nach der Rettung sei eines der Flüchtlingsboote versenkt und das andere verbrannt worden, berichtete ein US-Journalist an Bord der «Phoenix» über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Mehr als 200'000 Meer-Überquerer

Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) aus der vergangenen Woche zufolge kamen seit Jahresbeginn bereits rund 224'000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa. Mehr als 2100 weitere kamen bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben.

(sda/ise)