Die Extremistengrupp Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben einer syrischen Beobachtergruppe weitere Strassenzüge in der umkämpften Grenzstadt Kobane erobert. Die Dschihadisten würden nun mindestens 40 Prozent des Stadtgebiets kontrollieren, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die IS-Milizen hätten dabei auch jenen Stadtteil fast vollständig unter ihre Kontrolle gebracht, in dem die Regionalverwaltung und die Sicherheitskräfte ihre Hauptquartiere unterhielten.

Warnung vor Massaker

Die in Grossbritannien ansässige Beobachterstelle steht den gemässigten Rebellen in Syrien nahe. Bei ihren Angaben stützt sie sich auf ein Netzwerk von Informanten in dem Bürgerkriegsland.

Der Uno-Sondergesandte für Syrien warnte derweil vor einem Massaker an den in Kobane verbliebenen Zivilisten. Zwischen 500 und 700 Personen, überwiegend alte Menschen, seien noch in Kobane, sagte Staffan de Mistura am Freitag in Genf.

Sollte die syrische Kurdenstadt an der Grenze zur Türkei in die Hände von Kämpfern der Terrormiliz fallen, drohe ein Blutbad. An die Türkei appellierte De Mistura, die kurdischen Flüchtlinge über die Grenze einreisen zu lassen. Neben den Menschen in der Stadt befänden sich zwischen 10'000 und 13'000 Menschen im Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei.

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(sda/dbe/ama)