Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat zu Anschlägen auf Sicherheitskräfte auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel aufgerufen. «Spickt die Strassen mit Sprengstoff. Greift ihre Stützpunkte an. Überfallt ihre Häuser. Schneidet ihnen die Köpfe ab, lasst sie sich nicht in Sicherheit wiegen», heisst es in einem am Montag im Internet veröffentlichten IS-Appell an Islamisten-Gruppen in dem nordafrikanischen Land.

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Die ägyptische Regierung hat eingeräumt, dass es Kontakte zwischen dem IS und einheimischen Extremisten gibt. Der IS, der Teile Syriens und des Iraks unter seiner Kontrolle hat, sei in Ägypten aber nicht selbst aktiv.

Ägypten im Umbruch

Ägypten erlebt seit dem Sturz des demokratisch gewählten islamistischen Präsidenten Mohamed Mursi im vergangenen Jahr eine Welle der Gewalt gegen die Sicherheitskräfte. Erst am Sonntag wurden drei Polizisten durch einen Bombenanschlag in der Nähe des Aussenministeriums in Kairo getötet. Zu der Tat bekannte sich eine militante Gruppe.

Ein Mitglied der Extremisten-Organisation Ansar Bait al-Makdi sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der IS habe sie mit Anleitungen versorgt, wie sie wirksamer agieren könnten. Auf das Konto der Gruppe gehen Hunderte getötete Sicherheitskräfte während des vergangen Jahres.

Bund warnt vor Reisen

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat pünktlich zum Ferienbeginn vor zwei Monaten zwar die Reisewarnung für die Badeferienorte Sharm el-Sheikh, Dahab und Nuweiba aufgehoben. Seit Februar warnte das EDA, dass «Hinweise auf eine konkrete terroristische Bedrohung gegen touristische Ziele» vorlägen. Trotzdem warnt der Bund noch immer vor Reisen nach Ägypten. «Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen besteht das Risiko von Terroranschlägen jederzeit im ganzen Land, dies schliesst auch die Badeorte mit ein», heisst es auf der Webseite der Bundesbehörde.

Samih Sawiris gab sich verärgert im Frühjahr ob der Einschätzung des Bundes. Eine «unakzeptable Bevormundung der Bürger» seien die Reisehinweise des EDA zu Ägypten, findet der Orascom-Chef. Die Gefahren würden übertrieben. Insbesondere die Evakuierung der Schweizer Touristen von der Sinai-Halbinsel im Februar konnte der ägyptische Unternehmer nicht verstehen.

(awp/ise/ama)