Kämpfer der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben nach eigenen Angaben am Sonntag die irakische Provinzhauptstadt Ramadi vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hätten sie einen irakischen Militärstützpunkt am Rande der Stadt erobert, erklärte der IS. Bei ihrer Offensive habe die Miliz mehrere Panzer erbeutet. Dutzende Soldaten seien getötet worden.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatten sich irakische Spezialkräfte zuvor nach schweren Verlusten aus einem der letzten Bezirke der Stadt zurückgezogen.

Erster grössere Erfolg seit langem

Sollte sich der Fall Ramadis bestätigen, wäre dies der erste grössere militärische Erfolg des IS seit Beginn der Gegenoffensive der irakischen Streitkräfte und paramilitärischer Gruppen im vergangenen Jahr. Ramadi ist die Hauptstadt von Anbar, der grössten irakischen Provinz.

Der IS kontrolliert das grosse Wüstengebiet an der Grenze zu Saudi-Arabien, Syrien und Jordanien weitgehend. Ramadi galt als eine der letzten Regierungsbastionen in dem Gebiet.

US-Luftangriffe auf Ramadi

Die USA bekämpfen den IS in Syrien und im Irak zusammen mit mehreren westlichen und arabischen Staaten aus der Luft. Binnen 24 Stunden seien bis zum Sonntagmorgen sieben Angriffe nahe Ramadi geflogen worden, teilte das US-Militär mit. Daraufhin war es den Regierungstruppen nach Angaben des Bürgermeisters vorübergehend gelungen, die IS-Kämpfer zurückzudrängen.

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(reuters/dbe)