Nachdem er bis vor kurzem mit ihm paktiert hatte, attackiert Thomas Minder Christoph Blocher nun. «Herr Blocher hat in letzter Zeit viele Fauxpas begangen», sagte der Initiant der Abzocker-Initiative in der Zeitung «Der Sonntag» über den SVP-Nationalrat. «Wenn er es jetzt ganz ‹versiechen› will – dann halt.» 

Weiter sagte Minder: «Herr Blocher wäre gut beraten, den Text von Initiative und Gegenvorschlag nochmals genau anzuschauen, statt einfach dem Bundesrat nachzuplappern.» «Dann», so der Ständerat, «würde er schnell merken, dass der indirekte Gegenvorschlag des Parlaments nie und nimmer 80 Prozent der Volksinitiative abdeckt.» 

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Diese 80 Prozent hatte SVP-Nationalrat Christoph Blocher in einem Brief an seine Fraktionskollegen genannt, in dem er sein Bedauern darüber ausdrückte, dass die Initiative nicht zurückgezogen wird. 

«Ich setze auf die Basis der Bürgerlichen»

Minder hatte am Donnerstag verkündet, dass er die Initiative nicht zurückzieht. Hunderte von E-Mails aus der Bevölkerung hätten ihn zum Weitermachen bewogen. Damit kann das Volk über die Abzocker-Initiative abstimmen.

Minder setzt nun ganz auf die Basis von SVP, FDP und CVP – und gelangt mit einem ungewöhnlichen Begehren an die bürgerlichen Parteien: «Ich werde Gesuche einreichen und verlangen, an den Delegiertenversammlungen gleich viel Redezeit zu erhalten wie die Initiativ-Gegner», sagt er. 

Minders Kalkül: Das «Establishment» dieser Parteien ist gegen die Initiative, nicht aber unbedingt die Delegierten, welche die Parole fassen. «Ich setze auf die Basis der Bürgerlichen», sagt Minder. «Wenn ich bei der SVP-Delegiertenversammlung nicht reden dürfte, wäre das ein Affront und völlig undemokratisch.» 

(tno)