Das Volk kann über die Abzocker-Initiative abstimmen. Thomas Minder zieht das Volksbegehren nicht zurück. Dies sagte er in einem Interview mit der Zeitung «Tages-Anzeiger». Hunderte von E-Mails aus der Bevölkerung hätten ihn zum Weitermachen bewogen.

Hinzu kommt, dass er den indirekten Gegenvorschlag für ungenügend hält. Dieser nehme lediglich einen Teil der Forderungen der Initiative auf, sagte der Schaffhauser Ständerat.

Dafür nimmt Minder, der als Parteiloser in der SVP-Fraktion politisiert, auch in Kauf, gegen die bürgerlichen Parteien antreten zu müssen. Bei der bürgerlichen Basis geniesse das Anliegen viel Sympathie.

Minder zeigt sich in dem Interview denn auch zuversichtlich, die Abstimmung zu gewinnen. «Sonst würde ich es nicht versuchen», sagte der Unternehmer. Es werde aber schwierig, wenn Economiesuisse 20 Millionen in den Abstimmungskampf stecke «und an jedem Baum ein Plakat hängt».

Grüne loben, FDP will kämpfen

Die Grünen zeigen sich sehr zufrieden damit, dass Thomas Minder seine Abzocker-Initiative nicht zurückzieht. Das entspreche dem Willen einer Mehrheit im Volk, sagte Generalsekretärin Miriam Behrens auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Nach dem Festhalten der Initianten an der Abzocker-Initiative hat die FDP entschiedenen Widerstand gegen das Volksbegehren angekündigt. FDP-Sprecher Philippe Miauton sagte, der indirekte Gegenvorschlag nehme 80 Prozent der Anliegen der Initiative auf.

GLP-Präsident Martin Bäumle, dessen Partei den Abzocker-Initianten mit ihrem Nein zur Bonussteuer eine goldene Brücke hatte bauen wollen, ist vom Festhalten Thomas Minders am Volksbegehren nicht enttäuscht. Er habe nie eine Zusage von Minder für einen Rückzug gehabt.

(laf/tno/sda)

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