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Messerangriff
Minderjährige Islamistin soll sechs Jahre in Haft

Sicherheitsmann beim Gericht von Celle: Öffentlichkeit muss beim Prozess draussen bleiben. Keystone

Eine junge Islamistin soll wegen einer Messerattacke in Deutschland sechs Jahre ins Gefängnis. Das verlangt die Anklage. Das Urteil soll kommende Woche gefällt werden.

Veröffentlicht am 19.01.2017

Ein Jahr nach einer Messerattacke auf einen deutschen Polizisten hat die Anklage sechs Jahre Haft für die angeklagte 16-Jährige gefordert. Diese gilt als mutmassliche Sympathisantin der Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

Die Schülerin habe sich des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung sowie der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig gemacht, erklärte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Celle (Niedersachsen).

Entschuldigung aus der U-Haft

Die Tat im Februar 2016 in Hannover war aus Sicht der Anklage eine «Märtyreroperation» für den Islamischen Staat. Ermittler werten den Angriff als die erste vom IS in Deutschland in Auftrag gegebene Terrortat. Die Gymnasiastin hat die Tat eingeräumt und sich in einem Brief aus der Untersuchungshaft bei dem Polizisten entschuldigt.

Der 34-jährige Polizist erlitt beim Angriff im Hauptbahnhof eine lebensbedrohliche Stichwunde am Hals. Sein Kollege überwältigte die Gymnasiastin damals.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Für einen als Mitwisser mitangeklagten 20-jährigen Deutsch-Syrer fordert die Anklage drei Jahre Haft wegen der Nichtanzeige einer geplanten Straftat. Gegen ihn ermittelt die deutsche Bundesanwaltschaft weiterhin, weil er mit den angeblichen Terrorplänen zu tun haben könnte, die zur Absage des Fussball-Länderspiels in Hannover im November 2015 führten.

Der Prozess findet wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Prozess nahmen ein Islamwissenschaftler und eine Jugendpsychiaterin teil, die die geistige und sittliche Reife der Angeklagten beurteilte.

An diesem Freitag werden die Plädoyers der Verteidiger erwartet. Die Urteile sollen am Donnerstag kommender Woche gesprochen werden.

(sda/gku)

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