Bei einem Anschlag im Touristenviertel der thailändischen Hauptstadt Bangkok in der Nähe eines Hindu-Schreins sind nach Medienberichten 22 Menschen getötet worden, darunter auch Ausländer. Bei den meisten der 78 Verletzten handle es sich um Touristen aus China und Taiwan, berichteten die Medien. 50 Menschen seien schwer verletzt, hiess es laut Medienberichten.

Unter den Opfern sei «eine erhebliche Zahl von Ausländern», sagte ein Polizeisprecher. Die Bombe war laut Polizei an einem Motorrad befestigt gewesen.

Touristen treffen war das Ziel

«Die Täter wollten unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören, deshalb ereignete sich der Vorfall im Herzen des Touristenviertels», sagte Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan der Nachrichtenagentur Reuters. Nach dem Attentat verschärften die Behörden die Sicherheitskontrollen an grossen Kreuzungen und bei Touristenattraktionen.

Die Sicherheitskräfte riegelten den Anschlagsort ab. «Wir suchen nach weiteren zwei bis drei Bomben, weil wir ein verdächtiges Objekt entdeckt haben», sagte Polizeichef Prawut Thawornsiri Reuters. «Da es eine weitere Explosion geben könnte, haben wir den Tatort abgeriegelt und die Leute aufgefordert, Abstand zu halten.»

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Die Explosion ereignete sich in der Nähe des Erawan-Schreins an einer grossen Kreuzung im Zentrum der Millionenmetropole. Auf einer Überwachungskamera war ein riesiger Feuerstoss zu sehen, dann rannten Passanten in verschiedene Richtungen davon. Die Kultstätte wird oft von Touristen vor allem aus Fernost, aber auch von Thailändern besucht. In unmittelbarer Nähe stehen grosse Hotels, Einkaufszentren und Bürogebäude.

Noch kein Bekennerschreiben

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die thailändischen Streitkräfte kämpfen im Süden des Landes gegen muslimische Aufständische. Anschläge im Landesinnern sind aber selten. In dem Land, in dem Buddhisten die grosse Mehrheit der Bevölkerung stellen, herrschen seit Mai vergangenen Jahres die Streitkräfte. Sie hatten die gewählte Regierung nach monatelangen Protestaktionen der Bevölkerung gestürzt.

(sda/reuters/mbü/chb/hon)