Bei den gewalttätigen Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Bangkok sind nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Neben einem Polizisten starben auch zwei Demonstranten an Schusswunden, berichtete der Sanitätsdienst der thailändischen Hauptstadt. Ein weiterer Polizist war in Lebensgefahr. Mindestens 17 Beamte seien verletzt worden.

Der Polizeichef des Landes, Adul Saengsingkaew, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Polizist sei auf dem Weg ins Spital seinen Schussverletzung erlegen.

Gewaltsame Räumung

Beim Polizeieinsatz gegen die Besetzung von Regierungsgebäuden waren am Dienstag dutzende Demonstranten festgenommen worden. Am besetzten Komplex des Energieministeriums in Bangkok seien rund hundert Demonstranten abgeführt worden, sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Paradorn Pattanatabut.

Die Eskalation folgt auf drei Monate anhaltenden Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Die Proteste hatten sich im vergangenen November an einem von der Regierung befürworteten Amnestiegesetz entzündet, das Yinglucks Bruder, dem früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra, wohl eine Rückkehr aus dem Exil erlaubt hätte.

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Opposition bleibt unnachgiebig

Die Opposition sieht Yingluck als eine Marionette ihres Bruders, dem sie Korruption und Bestechung vorwirft. Die Familie ist in weiten Teilen der Mittelschicht von Bangkok und im Süden verpönt.

Die Opposition fordert den Rücktritt der Ministerpräsidentin. Yingluck hatte im Zuge der Proteste am 2. Februar eine vorgezogene Parlamentswahl abhalten lassen. Diese wurde jedoch von der Opposition boykottiert.

Demonstranten blockierten 10'000 Wahllokale und hinderten so Millionen Bürger an der Abstimmung. Sie sollen nun am 20. und 27. April wählen können. Die Wahlkommission will Ergebnisse erst dann bekanntgeben, wenn alle Bürger abstimmen konnten.

(sda/gku)