Vor einem Monat wäre noch eine Ja-Mehrheit zustande gekommen. Damals hättten 52 Prozent der Schweizer für den Mindestlohn votiert. Doch nun müssen die Befürworter der Initiative plötzlich zittern. Das von den Gewerkschaften lancierte Volksbegehren würde aktuell von 52 Prozent der Befragten abgelehnt. Nur noch 40 Prozent wollen einen nationalen gesetzlichen Mindestlohn von 4000 Franken im Monat. 8 Prozent sind unentschlossen.

Deutliche Unterschiede gibt es unter den Sprachregionen: In der lateinischen Schweiz hat die Initiative weitaus grössere Sympathien als in der Deutschschweiz. In der Romandie befürworten 50 Prozent die Initiative (39 Prozent Nein) und in der italienischen Schweiz 46 Prozent (39 Prozent Nein). Im Gegensatz dazu steht die Deutschschweiz, wo 57 Prozent die Initiative verwerfen (37 Prozent Ja).

Arme stimmen dagegen

Auffallend ist, dass die unteren Einkommensklassen, die von der Initiative profitieren würden, tendenziell gegen den Mindestlohn votieren.

(sda/se/moh)