1. Home
  2. Politik
  3. Mindestquote für Schweizerschulen fällt

Anteil
Mindestquote für Schweizerschulen fällt

Schweizerschule in Brasilien: Künftig keine Mindestquote mehr.   Keystone

Bisher mussten Schweizerschulen im Ausland eine Mindestquote an Schweizer Schülern aufnehmen, um das nationale Prädikat tragen zu dürfen. Jetzt fällt diese Untergrenze weg.

Veröffentlicht am 11.03.2014

Bisher mussten Schweizerschulen im Ausland je nach Grösse mindestens 20 bis 30 Prozent Schweizer Schüler unterrichten. Nun fällt diese Mindestquote. Allerdings werden die Schulen verpflichtet, bei entsprechenden Anfragen Kinder mit Schweizer Pass aufzunehmen.

Der Ständerat hat sich am Dienstag mit dieser letzten kleinen Ergänzung einverstanden gezeigt. Die Totalrevision des Auslandschweizer-Ausbildungsgesetzes ist damit unter Dach und Fach und bereit für die Schlussabstimmung.

Mehr Flexibilität für die Schulen

Der Verzicht auf die Mindestquote soll den Schweizerschulen mehr Flexibilität geben. Heute werden einige Schulen am Wachstum gehemmt, wurde in den Ratsdebatten argumentiert. Denn sie können auch bei grosser Nachfrage keine neuen Schüler aufnehmen, wenn dadurch der Schweizer-Anteil verkleinert würde.

Zudem blieben die Schweizerschulen auch ohne vorgeschriebene Mindestquoten stark an die Schweiz gebunden. Das Schulsystem und die Lehrpläne orientieren sich an der Schweiz, die Schulleitung muss eine Schweizer Lehrberechtigung haben und der Unterricht muss zumindest teilweise in einer Landessprache der Schweiz gehalten werden.

Weniger Subventionen

Dank der Aufhebung der Mindestquote sollen die Schulen effizienter wirtschaften können – und so weniger Subventionen beanspruchen. Die frei werdenden Gelder stehen dann vor allem für zwei Bereiche zur Verfügung.

Erstens sollen Schweizerschulen neu eine Berufslehre nach Schweizer Vorbild anbieten können. Davon profitieren Schweizer Schüler, die bei ihrer Rückkehr in die Schweiz einen anerkannten Abschluss vorweisen können. Vor Ort könnte dank der dualen Berufsbildung ein Beitrag zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit geleistet werden, so die Hoffnung.

Zweitens wird die Neugründung und der Aufbau von Schweizerschulen im Ausland finanziell unterstützt. Auslandschweizer sollen so motiviert werden, eine neue Schule zu gründen, statt ihre Kinder an eine andere Privatschule zu schicken.

Insgesamt erhalten die Schweizerschulen künftig gleich viel Geld wie bis anhin. Der Zahlungsrahmen liegt bei 20 Millionen Franken pro Jahr. Neu wird dieser allerdings nicht mehr jährlich, sondern jeweils für vier Jahre gesprochen, um die Planungssicherheit für die Schulen zu vergrössern.

17 Schweizerschulen weltweit

Das Auslandschweizer-Ausbildungsgesetz stammt aus dem Jahr 1988. Ziel war damals vor allem, die Bildung von Schweizer Kindern im Ausland sicherzustellen. Mit der jetzigen Revision wird der Fokus geändert. Neu soll die Vermittlung der Schweizer Bildung und Kultur für alle Interessierten im Zentrum stehen. Die Schweizerschulen sollen zudem im Gastland für ein positives Bild der Schweiz werben.

Heute unterstützt der Bund weltweit 17 Schweizerschulen. Sieben davon befinden sich in Europa, acht in Lateinamerika und zwei in Asien. 1800 der insgesamt 7200 Schüler sind Schweizer.

(sda/me/sim)

Anzeige