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Rubel-Krise
Moskau erklärt Rubel-Krise für beendet

Russland: Wie lange reichen die Reserven noch, um die Wirtschaft zu stützen?  Keystone

Die russischen Devisenreserven erreichen ein neues Fünfjahrstief. Trotzdem erklärt die russische Regierung die Währungskrise für beendet. Ein US-Ökonom widerspricht.

Veröffentlicht am 25.12.2014

Die russische Regierung hat ungeachtet eines kräftigen Inflationsanstiegs sowie des rasanten Schwundes seiner Devisenreserven die Währungskrise für beendet erklärt. Die Turbulenzen auf dem Devisenmarkt seien nach Ansicht der Regierung vorüber und der Rubel erstarke wieder, erklärte Finanzminister Anton Siluanow am Donnerstag.

Der Rubel war vergangene Woche wegen des rasanten Ölpreis-Rückgangs sowie wegen der westlichen Sanktionen auf den tiefsten Stand seiner Geschichte gefallen. Die Währung erholte sich jedoch wieder etwas, nachdem die Behörden entschieden gegen den Kursverfall vorgegangen waren.

Gold- und Devisenreserven auf Fünfjahrestief

Die russischen Gold- und Devisenreserven sind durch die Stützungskäufe auf den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen. Die russischen Gold- und Devisenreserven sind durch die Rubel-Krise auf den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen. Die Moskauer Notenbank bezifferte die Reserven am Donnerstag auf 398,9 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 15,7 Milliarden Dollar innerhalb einer Woche.

Zuletzt hatte die Summe im August 2009 unter 400 Milliarden Dollar gelegen. Die Notenbank hat in diesem Jahr mehr als 80 Milliarden Dollar zur Stützung des Rubels ausgegeben. Grund für den Kursverfall der Währung sind der rasante Ölpreis-Rückgang sowie die westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise.

Devisen reichen noch für zwei Jahre

Die Meinung der russischen Regierung wird nicht überall geteilt: Nach Ansicht des US-Ökonomen Anders Aslund reichen die russischen Devisenreserven für noch höchstens zwei Jahre.

Der Forscher am Peterson Institut in Washington rechnet vor, dass das angeschlagene Schwellenland in den beiden kommenden Jahren unter dem Strich jeweils rund 100 Milliarden Dollar ausgeben muss, um seine Auslandsschulden zu begleichen. Damit wäre nach seiner Kalkulation der Devisenschatz des Landes restlos aufgebraucht.

(sda/ise)

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