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Wechsel
Moutier schliesst sich dem Kanton Jura an

Moutier: Das Städtchen hat sich für den Kantonswechsel entschieden.   Keystone

Moutier kehrt Bern den Rücken: Das Städtchen wechselt zum Kanton Jura. Der Abstimmungsentscheid fiel knapp aus.

Veröffentlicht am 18.06.2017

Moutier sieht seine Zukunft definitiv im Kanton Jura. Die Stimmberechtigten des bernjurassischen Städtchens haben sich am Sonntag mit 2067 Ja- zu 1930 Nein-Stimmen für einen Kantonswechsel ausgesprochen.

Die Mehrheit des Stimmvolks von Moutier bekräftigte damit ihr bereits 2013 an der Urne abgegebenes Bekenntnis zum Kanton Jura. Damals sprach sich Moutier als einzige Gemeinde im Berner Jura für das Zusammengehen der Region mit dem nördlichen Nachbarkanton aus, weshalb es am Sonntag nochmals über die Frage abstimmen durfte.

Zwei weitere Gemeinden stimmen ab

Voraussichtlich am 17. September werden noch die Gemeinden Sorvilier und Belprahon über einen allfälligen Wechsel zum Kanton Jura abstimmen. Definitiv beim Kanton Bern bleiben wollen die Gemeinden Grandval und Crémines. Sie hatten schon früher bekannt gegeben, ganz auf eine Abstimmung zu verzichten.

Bis der Kantonswechsel von Moutier – und allfällig weiteren Gemeinden – vollzogen ist, wird es aber noch etwas dauern. Die Regierungen der beiden Kantonen werden ein entsprechendes Prozedere einleiten. Die interkantonale Vereinbarung muss dann noch vom Stimmvolk beider Kantone verabschiedet werden, bevor die Bundesversammlung grünes Licht gibt.

Moutier zweitgrösste Stadt im Jura

Der Bundesrat zeigte sich erfreut darüber, dass es möglich gewesen sei, den Entscheid zur Kantonszugehörigkeit Moutiers in einem demokratischen Prozess herbeizuführen. Dass eine solche Abstimmung in Moutier überhaupt möglich war, sei ein Beweis für die Stärke der politischen Institutionen in der Schweiz, teilte der Bundesrat mit. «Das ist ein starkes Zeichen für unsere Demokratie und den Zusammenhalt unseres Landes», wird Justizministerin Simonetta Sommaruga zitiert.

Das Bundesamt für Justiz (BJ) hatte eine Delegation von Beobachtern nach Moutier entsandt. Diese zogen am Sonntagabend eine positive Bilanz der Beobachtermission. Die Beobachter waren vor allem mit der Kontrolle des Stimmregisters beschäftigt, das die Gemeinde Moutier dem Bundesamt für Justiz «auf dessen ausdrücklichen Ersuchen» aber erst am Samstag aushändigte.

Lange Auszählung

Damit konnte am Sonntagnachmittag kontrolliert werden, ob alle ausgestellten Stimmrechtsausweise jeweils einer Person auf dieser Liste zugeordnet werden konnten und gültig waren. Um sich dabei nicht nur auf Stichproben zu beschränken, bot das Bundesamt für diese Aufgabe zehn zusätzliche Mitarbeiter auf.

Diese genaue Überprüfung führte dazu, dass sich die Auszählung der Stimmen in die Länge zog. Laut Jean-Christophe Geiser, BJ-Verantwortlicher für die Jurafrage, wurden weniger als zehn zweifelhafte Fälle erkannt, die das Resultat aber nicht in Frage stellen.

(sda/ise)

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