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Mühleberg: Greenpeace wirft Behörden Täuschungsmanöver vor

Die Sicherheit des AKW Mühleberg ist seit Jahren umstritten. (Bild: Keystone)

Wie steht es um die Erdbebensicherheit des Staudammes oberhalb des AKW Mühleberg? Diese Frage soll das Bundesamt für Energie nicht wahrheitsgetreu beantwortet haben. Greenpeace wirft nach der Untersu

Veröffentlicht am 21.02.2013

Die Umweltorganisation Greenpeace erhebt schwere Vorwürfe gegen das Bundesamt für Energie (BFE). Dieses habe bei der Prüfung der Erdbebensicherheit des Staudamms von Mühleberg oberhalb des dortigen Kernkraftwerks geschummelt.

Das BFE habe aktenkundig und unter Vorbringen zurzeit nicht nachvollziehbarer Behauptungen eine Expertenfirma dazu angewiesen, Sicherheitsfaktoren zu ignorieren und den Sicherheitsnachweis für die Staumauer durchzuwinken. Das sagte Kaspar Schuler von Greenpeace an einer Medienkonferenz heute in Bern.

Dass die Staumauer des Wasserkraftwerks von Mühleberg 1,3 Kilometer oberhalb des Atomkraftwerks nicht sicher sei, sagen Greenpeace und andere Atomkritiker schon lange. Greenpeace hat nun entsprechende Vorwürfe des Berner Atomkritikers Markus Kühni extern überprüfen lassen.

Wiener Experte

Beim Experten handelt es sich um Professor Wei Wu von der Universität für Bodenkultur Wien. Er sprach an der Medienkonferenz in Bern von erheblichen Ungereimtheiten in Gutachten und widersprüchlich angewandten Richtlinien. Aufgrund dieser Befunde von Wu trat Greenpeace nach eigenen Aussagen vor die Medien.

Greenpeace fordert nun den Bund auf, bis zur Klärung der Erdbebensicherheit des Mühleberger Staudamms das AKW Mühleberg abzustellen. Denn wenn der Staudamm breche, sei das AKW Mühleberg nicht geschützt. Das sei ein «auslegungsüberschreitender Störfall». Auch diese Forderung ist nicht neu.

Ensi mit im Spiel

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi prüfte im vergangenen Jahr die Erdbebensicherheit aller Schweizer Atomkraftwerke und sagte, sie seien sicher. In diesem Zusammenhang nahm es auch die Sicherheit des Mühleberger Stauwehrs zusammen mit dem Bfe unter die Lupe.

Auch die Betreiberin des Atomkraftwerks Mühleberg, die BKW, hat stets betont, das Mühleberger Werk sei sicher. Dennoch will der bernische Energiekonzern das Stauwehr von Mühleberg mit Pfählen zusätzlich sichern. Das Baugesuch ist beim Kanton Bern hängig, doch noch nicht bewilligt.

(tke/aho/sda)

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