Die Exekutive der Europäischen Union will am Dienstag ihre Vorschläge präsentieren, wie die wahren Eigentümer von Tarnfirmen im Ausland transparenter gemacht werden könnten. Der Vorstoss könnte der erste sein, bei dem die auf der Bremse stehenden Briten kein gewichtiges Wort mehr mitreden, nachdem sie mehrheitlich für einen EU-Austritt gestimmt haben.

Wegen des britischen Widerstandes gegen die schärferen Regelungen hatte die EU-Kommission zunächst den Ausgang des Referendums abgewartet. Die Briten sitzen zwar auch nach dem Brexit-Votum mit am Verhandlungstisch, haben aber deutlich an Einfluss verloren.

Öffentliche Register gefordert

Anlass für den Vorstoss der Kommission sind die «Panama Papers», in denen Medien weltweit die Daten Tausender Kunden einer Anwaltskanzlei in Panama publik gemacht hatten. Die Kanzlei hatte für sie Briefkastenfirmen in der Karibik gegründet, darunter in britischen Überseegebieten.

Der Kommissionsvorschlag, der von Reuters eingesehen wurde, sieht die Einrichtung von Registern vor, in denen die tatsächlichen Eigentümer von Briefkastenfirmen genannt werden müssen. Die Register sollen teilweise öffentlich zugänglich sein.

(reuters/chb)