Die Ratingagentur Standard & Poors hat zum Rundumschlag ausgeholt; Nach Frankreich stuft die Ratingagentur auch die Kreditwürdigkeit des Euro-Rettungsschirm herab.

Obwohl sich Experten vor den Konsequenzen dieses Entscheides fürchten, sehen die Euro-Länder keinen Engpass bei der Kreditvergabe von Gelder an taumelnde EU-Schuldenstaaten. Davon ist Jean-Claude Juncker - Chef der Eurogruppe - überzeugt. «Die Entscheidung von S&P wird die Ausleihkapazität des EFSF von 440 Milliarden Euro nicht verringern», schrieb der Vorsitzende der 17 Euro-Finanzminister. Der Rettungsfonds verfüge über ausreichend Geld, um die laufenden und geplanten Hilfsprogramme - für Portugal, Irland und Griechenland - zu stemmen.

Rettungsschirm wird durch neuen abgelöst

Juncker verwies darauf, dass auch nach dem Verlust der Bestnote durch S&P der Rettungsfonds noch die Höchstbewertung der beiden anderen grossen Ratingagenturen Moody's und Fitch besitze. «Keine der beiden Ratingagenturen hat für die nahe Zukunft eine Änderung der Note angekündigt», so Juncker. Über die Konsequenzen der Entscheidung würden die Euro-Finanzminister aber noch beraten. Bei ihrem Treffen in der nächsten Woche in Brüssel werden die Minister voraussichtlich über politische Massnahmen diskutieren.

Der luxemburgische Premier betont zudem, dass bereits im Sommer der EFSF-Nachfolger ESM am Start sein wird. Aufgrund seines Eigenkapitals hänge er weniger vom Rating der Euro-Staaten ab. Im März würden die Minister entscheiden, ob die geplante Ausstattung von 500 Milliarden Euro für den ESM ausreiche.
(muv/awp)

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