Die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) hat nach der Einnahme der antiken Stadt Palmyra offenbar auch den letzten von Syrien noch kontrollierten Grenzübergang zum Irak erobert. Die Regierungstruppen hätten sich vom Übergang Al-Tanf zurückgezogen, teilte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit.

Ein von Reuters kontaktiertes IS-Mitglied bestätigte die Eroberung von Al-Tanf. Im Irak überrannten IS-Kämpfer nach Polizeiangaben zudem die Verteidigungslinie der Sicherheitskräfte bei Husaiba zehn Kilometer östlich von Ramadi. Die Lage rund um Husaiba sei sehr kritisch, sagte ein Polizeivertreter. In der Provinzhauptstadt Ramadi hatte der IS am Sonntag die Kontrolle übernommen, Mitte der Woche folgte Palmyra.

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USA sichert Lieferung von Waffen zu

Die USA kündigten unterdessen die Lieferung von 2000 Panzerabwehrwaffen vom Typ AT-4 an den Irak an. Präsident Barack Obama sicherte der Regierung in Bagdad seine Unterstützung zu.

Das US-Militär hat dabei erstmals eingeräumt, dass bei den Luftangriffen auf Stellungen von IS-Rebellen Zivilisten zu Schaden gekommen sind, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. So seien zwei Kinder bei Angriffen im November 2014 gestorben, räumte das Pentagon ein. Weitere Untersuchungen würden laufen. Es werden weitaus mehr Opfer von US-Operationen im Irak vermutet.

(reuters/me/gku)