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Krieg
Nach Rückeroberung geht Tikrit in Flammen auf

Soldaten und Milizen feiern Vertreibung des IS: Doch es kam zu Übergriffen.   Keystone

Nach der Rückeroberung der irakischen IS-Hochburg ist es offenbar zu schweren Plünderungen und Brandstiftungen gekommen. Tikrit ist die Heimatstadt des ehemaligen Diktators Saddam Hussein.

Veröffentlicht am 04.04.2015

Nach der Rückeroberung der irakischen Stadt Tikrit aus der Gewalt der Extremistenmiliz Islamischer Staat ist es den Behörden zufolge zu schweren Plünderungen und Brandstiftungen gekommen. Schiitische Milizen sollen Läden und Wohnhäuser ausgeraubt und angezündet haben.

Die Lage sei in den vergangenen zwei Tagen ausser Kontrolle geraten und chaotisch, sagte der Chef der Stadt- und Provinzverwaltung, Ahmed al-Kraim, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei deswegen in die Hauptstadt Bagdad geflohen.

400 Häuser und 500 Geschäfte abgefackelt

Ein Parlamentsabgeordneter sprach von 400 Häusern und 500 Geschäften, die in Flammen aufgegangen oder geplündert worden seien. Ministerpräsident Haidar al-Abadi ordnete die Festnahme von Plünderern und anderen Gesetzesbrechern an.

Die irakische Armee hatte am Mittwoch unterstützt von Schiiten-Milizen die sunnitischen Extremisten nach wochenlangen Kämpfen aus Tikrit vertrieben und damit ihren grössten Erfolg im Kampf gegen die IS-Truppen gefeiert.

Heimat von Saddam Hussein

Tikrit ist die Heimatstadt des früheren Machthabers Saddam Hussein. Der Sunnit hatte mit Gleichgesinnten seiner Baath-Partei die Schiiten unterdrückt. IS-Kämpfer hatten das rund 160 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Tikrit gleich zu Beginn ihres rasanten Vormarsches im Juni vergangenes Jahres erobert.

(sda/gku)

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