Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel führen in Japan zu einer deutlich erhöhten Nachfrage nach Atombunkern. Allein im April seien acht Bestellungen eingegangen, sagte der Direktor von Oribe Seiki Seisakusho, Nobuko Oribe. Bei dem Bauunternehmen in Kobe gingen sonst im ganzen Jahr nur etwa sechs Aufträge ein. «Sie wollen, dass wir sofort kommen und einen Kostenvoranschlag machen», sagt Oribe.

Eine weitere Firma, Earth Shift, berichtet von einer Verzehnfachung der Nachfrage. Auch Luftfilter, die Radioaktivität und Giftgas abfangen, werden vermehrt gekauft. Mitte des Monats hatte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe gewarnt, Nordkorea könne möglicherweise Raketen mit dem chemischen Kampfstoff Sarin bestücken.

Teure Sicherheit

«Man braucht Zeit und Geld, um einen Schutzraum zu bauen», sagte Oribe. «Aber im Moment, in dieser gespannten Atmosphäre, hören wir immer nur, dass sie sofort einen haben wollen», sagte er über seine Kunden. Bei diesen handle es sich um kleinere Unternehmen und Familien.

Ein Schutzraum für bis zu 13 Personen kostet etwa 25 Millionen Yen (etwa 225'000 Franken) und hat eine Bauzeit von etwa vier Monaten. Der Bunker soll die Explosion einer Atomwaffe mit der Grösse der Hiroshima-Bombe in 660 Metern Abstand aushalten können.

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Angst vor Korea

Am Dienstag wird in Nordkorea der 85. Jahrestag der Gründung der Volksarmee gefeiert. Die USA und Südkorea befürchten, dass es dabei zu einem neuen Atom- oder Raketentest kommen könnte.

Im vergangenen Monat waren drei nordkoreanische Raketen etwa 300 Kilometer vor der Küste der japanischen Präfektur Akita entfernt ins Meer gestürzt. Die Regierung in Tokio rief am Freitag die örtlichen Behörden auf, wegen der Gefahr von Raketenangriffen Evakuierungsübungen abzuhalten.

(sda/ise/cfr)